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Alter Friedhof Ab in die Kletterlandschaft

Auf der die renovierten Freizeitanlage Alter Friedhof kann wieder geskatet und gematscht werden. Um das Gelände aufzumöbeln, hat die Stadt eine halbe Million Euro investiert.

18.10.2010 10:28
Jan Paulin
Freizeitanlage Alter Friedhof Foto: Michael Schick

Die kleine Elisa kommt jetzt wieder jeden Tag zur neu gestalteten Freizeitanlage Alter Friedhof an der Platter Straße. „Die letzten Monate ging es ja nicht, da war hier eine Baustelle“, sagt sie und ist schon wieder weg. Auf ihren Rollschuhen probiert sie das ehemalige Wasserbecken aus, in dem nun Betonwellen zum Skaten und Biken eingebaut sind.

Das lange Warten seit Juni hat sich für Elisa gelohnt. Andere Wasserbecken beherbergen jetzt eine Balancierpyramide, einen Kletterfelsen und eine Drehscheibe. Und das ist nur ein kleiner Teil der vielen neuen Spielmöglichkeiten, die der ehemalige Friedhof bietet. „Es ist schon toll, was aus der Anlage geworden ist“, sagt ihr Vater, Ertan Demir. Der 36-Jährige ist mit Elisa und ihrer Schwester Layla zum großen Familienfest und zur Einweihung gekommen.

„Der Alte Friedhof ist jetzt wieder ein Freizeitpark, der seinen Namen verdient“, sagt Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne) zu den rund 200 Kindern und Erwachsenen, die den umgestalteten, sechs Hektar großen Park erkunden. Bereits 1973 wurde der Friedhof zur Freizeitanlage umgewidmet. Sie wurde 1977 eröffnet. „Nach 33 Jahren intensiver Nutzung war es nun höchste Zeit für die Erneuerung“, so Thies. Eine halbe Million Euro hat die Stadt dafür investiert. „Das Ergebnis ist eine Spiel- und Freizeitoase mitten in der Stadt.“

Ein Highlight für die Kinder ist die etwa 20 Meter lange Kletterlandschaft aus Eichenholz mit bis zu zweieinhalb Meter hohen Klettertürmen. Auf einem der Türme steht Grundschullehrerin Susanne Hanke und hilft ihren Schützlingen auf die Seilbahn, mit der sie nacheinander hinunter sausen. Der Andrang ist groß, gleich 19 Schüler im Alter von sechs bis zehn Jahren hat sie dabei. „Ich finde es einfach super, dass die Kinder hier so viel Möglichkeiten zum Toben und Bewegen haben“, sagt sie.

Spielwege, die ineinandergreifen und Kinder aller Altersstufen herausfordern, so beschreibt der verantwortliche Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn das Ziel der Planung. „Sie brauchen Spielwelten, in denen sie experimentieren und sich selbst entdecken können“, sagt der 54-Jährige. „Dazu reicht es nicht, einfach ein Klettergerüst oder eine Rutsche in die Landschaft zu stellen.“

Jüngere Kinder können jetzt im neuen „Wasser-Matsch-Bereich“ eine Schwengelpumpe ausprobieren und über den Kletterparcours mit Seilbrücke balancieren. Dort steht jetzt auch das auf Vordermann gebrachte Schwingschiff, das schon im alten Park an anderer Stelle stand. „Es gibt keinen Streit – und keinem Kind ist langweilig“, so Christina Kosmehl. Die Kindergärtnerin ist mit ihrer Hort-Gruppe aus Mainz extra mit dem Bus hierhergekommen. „Der lange Fahrtweg hat sich absolut gelohnt“, sagt sie. „Ich habe den Alten Friedhof schon vorher gekannt und wusste, dass es hier sehr schön ist. Aber jetzt gefällt er mir – und vor allem den Kindern noch besser.“ Zwischen den Eichen steht nun ein Trampolin. Der alte Bolzplatz gegenüber erhielt einen neuen Belag, neue Stahltore und einen Ballfangzaun.

„Die größte Herausforderung war der Spagat zwischen Denkmalpflege und Neugestaltung“, sagt Projektleiterin Eva Gerhold vom Grünflächenamt. Schließlich stehen entlang der alten Friedhofsmauer noch 128 Grabmäler. Auch das Mausoleum der Herzogin Pauline von Nassau aus dem Jahr 1870 blieb an seinem Platz.

„Wir haben einen der drei Grillplätze stillgelegt, um die Freizeitnutzung aus dieser Zone fernzuhalten“, so Gerhold. Dafür wird die zentrale Grillhütte mit neuen Bänken und Außengrills erweitert.

Die Bauarbeiten daran dauern noch bis kommenden Freitag. Dann ist auch der letzte Bagger aus dem Park verschwunden.

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