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Allianzhaus soll Neubau weichen

Nach dem Abriss plant Mainzer Aufbaugesellschaft Büros / Kulturklub betroffen

18.05.2013 21:14
Sabine Jakob

Die Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) hat im vergangenen Jahr gut verdient und plant nun einen großen Wurf: Laut Geschäftsführer Martin Dörnemann will die MAG das soeben erworbene, rund 60 Jahre alte Allianzhaus in der Großen Bleiche abreißen und dort einen Neubau errichten. Die Investitionskosten liegen zwischen 30 und 35 Millionen Euro. „Die Bauvoranfrage ist schon aufgesetzt und läuft derzeit durch die Gremien“, verkündet Dörnemann den aktuellen Stand.

Ideen für das Projekt gebe es schon viele, so der Geschäftsführer weiter. Doch stünden die Planungen noch ganz am Anfang. Nach derzeitigen Überlegungen schwebt der MAG ein Bürohaus mit Einzelhandel vor auf voraussichtlich fünf Etagen mit 12000 Quadratmetern Geschossfläche – und mit einer „sehr ambitionierten Architektur“, wie MAG-Geschäftsführer Christian von der Lühe weiter ausführte. Der Parkplatz fällt weg, dafür wird der ruhende Verkehr auf Parkebenen unter die Erde verlegt.

Durchgänge sollen zudem in den Innenhof führen, wo Gastronomie vorgesehen ist. „Die benachbarte Peterskirche wird durch den Neubau besser ins Blickfeld gerückt. „Es ist eine tolle Lage im Regierungsviertel, die dringend aufgewertet werden muss“, schwärmt von der Lühe.

Klubchef geschockt

Als Baubeginn peilt die Gesellschaft das Jahr 2015 an. Doch vorher rücken die Archäologen an, um im Untergrund nach historische Relikten zu graben. Landesarchäologin Marion Witteyer hat schon nächste Woche ein Gespräch mit der MAG, um den Verantwortlichen darzulegen, was sich in der Tiefe verbergen könnte.

„Bisher kann ich nur sagen, dass sich dort römische Siedlungsreste befinden“, sagte Witteyer. Man werde auch sicherlich nicht nur eine Woche graben. Doch wie viel Zeit die Untersuchungen in Anspruch nehmen werden, ist derzeit noch ungewiss. „Wir müssen erst wissen, wie das Bodengutachten aussieht.“

Wenn das Allianzhaus fällt, werden sich auch die Mieter eine neue Bleibe suchen müssen. Zurzeit haben dort eine Rechtsanwaltskanzlei, das Haus Burgund und der Kulturklub „schon schön“, der noch einen längerfristigen Mietvertrag besitzt, ihr Domizil. Seitens der MAG ist man gewillt, eine Ersatzlösung für das „schon schön“ zu finden.

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Günter Beck, sicherte den Klubbetreibern seine Unterstützung zu. Gleiches gilt für das Haus Burgund. „Auch hier werden wir nach einem Ausweichquartier suchen“, so von der Lühe.

In sozialen Netzwerken wie Facebook löste die Nachricht über einen Zwangsumzug des „schon schön“ gestern heftige Proteste aus. „Die Nachricht hat mich wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen, ich bin völlig überrumpelt“, sagt Norbert Schön, Betreiber des Kulturklubs „schon schön“ im Allianzhaus auf der Großen Bleiche. Seit er erfahren hat, dass die Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) das mehr als 60 Jahre alte Gebäude abreißen und durch einen Neubau ersetzen will, macht er sich Gedanken um seine Zukunft. „Ich habe einen langfristigen Mietvertrag und bin davon ausgegangen, dass er auch Bestand hat.“

Zumal sich der Kulturklub in Mainz etabliert habe, an einem Standort, wo zuvor mehrere Vormieter mit ihrem gastronomischen Angebot gescheitert waren.

Das sind Probleme, die Norbert Schön nicht hat. „Der Betrieb läuft gut und ist beliebt bei den Mainzern. Aber wir brauchen auch das Flair dieser Location, es ist wichtig für unser Konzept.“

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