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Airbase Erbenheim Doppelt so viele Flüge

Nach dem Umzug des europäischen Hauptquartiers der US-Armee nach Wiesbaden wird es deutlich mehr Starts und Landungen auf dem Armeeflughafen in Erbenheim geben.

18.02.2011 15:41
Michael Grabenströer
Ab 2012 werden deutlich mehr US-Soldaten vom Flugplatz Erbenheim abfliegen. Foto: Renate Hoyer

Mit der für das Jahr 2012 geplanten Verlagerung des kompletten europäischen Hauptquartiers der US-Armee (USAREUR) von Heidelberg nach Wiesbaden wird sich nach Informationen der Frankfurter Rundschau die Zahl der Flugbewegungen auf dem US Armeeflughafen in Wiesbaden-Erbenheim annähernd verdoppeln. Eine Sprecherin des US-Hauptquartiers in Heidelberg hat die Angabe bestätigt.

Nach Auskunft von USAREUR in Heidelberg wurden 2009 und 2010 über den Militärflugplatz Erbenheim, der im US-Militärcode WAAF (Wiesbaden Army Airfield) heißt, im Jahresdurchschnitt 8000 Flugbewegungen abgewickelt. Starts und Landungen werden dabei einzeln gezählt. Diese Zahl wird sich mit der Verlegung des Hauptquartiers auf 16?000 Flugbewegungen verdoppeln.

16?000 Flugbewegungen

Die US-Prognose geht, unter Berücksichtigung des Hauptquartierumzugs, von annähernd 50 täglichen Starts und Landungen in Wiesbaden-Erbenheim aus. Dabei gibt es noch keine konkreten Angaben über die künftige Lärmentwicklung.

Offiziere des Generalstabs fliegen – so USAREUR – sowohl mit Hubschraubern als auch mit Flugzeugen. Dabei sind nach Angaben der Militärs die Flugzeuge erheblich leiser als die Hubschrauber.

Der Militärflughafen Wiesbaden liegt in der Kontrollzone des Frankfurter Flughafens und wird außerhalb militärischer Ereignisse, so die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Frankfurt, von der Frankfurter Anflugkontrolle mitgeführt. Nur die Steuerung des direkten Landeanflugs obliegt dem örtlichen WAAF-Tower in Erbenheim. Dafür wurde eine eigene Kontrollzone rund um das Armee-Flugfeld eingerichtet.

Der künftig stärkere Flugbetrieb in Wiesbaden wird – da stimmen Flugsicherung und Militärs überein – keine Auswirkungen auf die derzeit diskutierten Flugkorridore für neue An- und Abflugverfahren des Frankfurter Rhein-Main Flughafens haben. Auch ein Einfluss auf die geplante neue Landebahn Nord wird ausgeschlossen.

Die Flugzeiten für Landungen und Abflüge, so das US-Hauptquartier, seien den Regeln der Gastnation angeglichen. Für Erbenheim ließen die Regeln Abflüge zwischen 7 und 24 Uhr zu. Landungen sind, vor allem in den Sommermonaten, auch außerhalb dieser Zeiten zulässig. Starts seien nach 24 Uhr nicht mehr erlaubt.

Die Frage welche Flugrouten die ankommenden und abliegenden Maschinen nehmen, wurde in Wiesbaden auch bereits in verschiedenen Ortsbeiräten, etwa in Biebrich, angesprochen. Die Landebahn in Erbenheim liege in der gleichen Richtung wie die Bahnen auf dem Frankfurter Flughafen. Für Erbenheim ergebe sich daraus eine Orientierung am Rhein entlang als Hauptflugschneise.

Zur Zeit gilt eine Aussage, die Pressesprecherin Valerie Henderson übermittelte: „Wir beabsichtigen nicht, über bewohnten Gebieten oder Stadtteilen von Wiesbaden zu fliegen.“ Das gelte auch für die Zukunft, sagte Henderson. Tiefflugoperationen und Trainingsrunden seien in der Region nicht beabsichtigt. Der Flugbetrieb in Erbenheim sei auch an deutschen Feiertagen ausgerichtet. An US-Feiertagen, wie dem Nationalfeiertag 4. Juli, „führen wir in der Regel keine Flugoperationen durch“, betonte die Sprecherin. Für Flüge, die trotzdem erforderlich werden könnten, müssten jeweils Sondergenehmigungen beantragt werden.

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