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AfD Wiesbaden AfD schasst Referenten

Die Wiesbadener AfD hat nach nur zwei Wochen ihrem Referenten Klaus-Peter Kaschke gekündigt. Er hatte auf Facebook gegen den Islam und andere Parteien gehetzt.

Die AfD in Wiesbaden entlässt ihren Referenten wegen Hetze. Foto: dpa

Klaus-Peter Kaschkes Gastspiel in Wiesbaden war kurz und endete mit einem Paukenschlag. Wegen Hetzerei hat die AfD-Rathausfraktion am gestrigen Dienstag Kaschke gekündigt. Der 55-Jährige war seit 1. November als Fraktions-Referent angestellt.

Kaschke stammt aus Erfurt, arbeitete vor seinem Kurzengagement in Wiesbaden als Journalist und Pressefotograf. Anfang der 1990er-Jahre war er Bundespressesprecher der Deutsche Soziale Union (DSU), die als Teil eines Wahlbündnisses an der letzten DDR-Regierung beteiligt war. Er habe die DSU verlassen, nachdem die sich von der CSU getrennt und einen Rechtsruck erlitten habe, sagte der Fraktionsgeschäftsführer der Wiesbadener AfD, Robert Lambrou, auf Anfrage. Kaschkes Lebenslauf habe überzeugt, er habe sich fachlich und menschlich in den vergangenen Wochen einwandfrei präsentiert. Daher sei der Schock groß gewesen, als ihm und dem Vorsitzenden der Fraktion, Eckhard Müller, am Donnerstagabend von Mitgliedern anderer Fraktionen im Rathaus Zitate aus Kaschkes Facebook-Account vorgetragen wurden.

„Vielleicht sollte man den Muselmanen das Internet gänzlich untersagen. Weil: Das brauchen sie ja auch nicht. Die haben doch ihr koranisches Märchenbuch mit Mahamut und all den ganzen anderen Ziegen***, wo angeblich alles drinsteht, was wichtig und unwichtig ist“, ist da unter anderem zu lesen. In vielen seiner Posts hetzt Kaschke gegen den Islam. Er schreibt von „zickenbärtigen Analphabeten“ und „Schwachmaten“. Und auch gegen andere Parteien hetzt er.

Unter einem Artikel der Huffington Post zu Sekten in Deutschland hat er laut Lambrou geschrieben, dass in der Aufzählung die fünf schlimmsten Sekten fehlten: CDU/CSU, SPD, Linke, Grüne und FDP, die er als „geistige Brandstifter, „Hassprediger“ und „Terrorpaten“ bezeichnet. Das sei inakzeptabel, erläuterte Lambrou. Und der Fraktionsvorsitzende Müller fügte hinzu: „Die Basis unserer politischen Linie in Wiesbaden ist Respekt vor politisch Andersdenkenden, auch wenn wir deren politische Positionen inhaltlich teilweise entschieden ablehnen“.

Keine andere Möglichkeit

Von Kaschkes Aktivitäten im Internet habe man bis zum Donnerstag nichts gewusst, behauptet Lambrou. Man habe zwar im Bewerbungsverfahren Kaschkes Lebenslauf genau überprüft, jedoch versäumt, das Facebook-Profil des Bewerbers zu besuchen, räumt er ein. Nach Bekanntwerden der Äußerungen haben Müller und er entschieden, Kaschke zu kündigen und das auch verschiedenen Stellen im Rathaus signalisiert. „Da Personalentscheidungen jedoch nur einstimmig in der Fraktion getroffen werden, mussten wir bis zur Sitzung am Montag warten“, erläuterte Lambrou. Die Entscheidung, Kaschke zu feuern, hatten alle elf Fraktionsmitglieder befürwortet.

Eine andere Möglichkeit war der Fraktion auch nicht geblieben. Bereits gestern hatte der „Wiesbadener Kurier“ über Kaschkes Hetze berichtet, dass die Medien das Thema aufgreifen würde, war bekannt. Der geschasste Referent erfuhr laut Lambrou erst gestern Morgen von seiner Kündigung. Er habe eingeräumt, die Posts geschrieben zu haben. Es tue ihm sehr leid. Er sei freigestellt worden, teilte Lambrou mit.

Die Wiesbadener AfD-Rathausfraktion besteht aus fünf Angestellten: einem Fraktionsgeschäftsführer, einer Assistentin und drei politischen Referenten. Als Assistentin hatte die Fraktion im Oktober die Wirtin der Gaststätte gewonnen, in der sie zuvor zahlreiche Veranstaltungen ausgerichtet hatte. Ein weiterer Referent werde am 1. Dezember beginnen. Man habe bei allen noch einmal genau hingeschaut, erläuterte Lambrou. Und werde das auch beim Nachfolger von Kaschke tun.

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