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A643-Ausbau „Einmal kaputt ist endgültig kaputt“

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ sieht Chancen auf eine Lösung in der Frage des A-643-Ausbaus. Das Bündnis kämpft gegen den sechsspurigen Ausbau der Autobahn durch sensible Naturschutzgebiete.

26.02.2013 21:44
Der Ort des Geschehens auf einen Blick. Foto: Stadt Mainz

Das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ sieht Chancen, in den kommenden Monaten einer Lösung in der Frage des A643-Ausbaus durch Lennebergwald und Mainzer Sand wesentlich näher zu kommen. Das Bündnis, dem diverse Parteien und Naturschutzgruppen angehören, kämpft gegen den sechsspurigen Ausbau der Autobahn durch die sensiblen Naturschutzgebiete.

Jürgen Weidmann, Sprecher des Bündnisses und der Arbeitsgemeinschaft der Mainzer Naturschutzverbände: „Im vergangenen Jahr ist endgültig klar geworden, dass es keine wirklichen Hindernisse gibt, die Vier-plus-zwei-Lösung für die A643 in der vom Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ vorgeschlagenen Form zu verwirklichen. Verkehrstechnisch stellt Vier-plus-zwei zu den Stoßzeiten eine zusätzliche Fahrspur zur Verfügung. Dies bestätige nun auch der Landesbetrieb Mobilität (LBM), resümiert Gerhard Weitmann, ein weiterer Sprecher des Bündnisses.

Auch in der Frage der Stau-ursachen zeige sich schon nach den ersten Untersuchungen des LBM, dass die Auffahrt Mombach, aber auch das Schiersteiner Kreuz wesentliche Schwachpunkte im System seien. „Wir sind sicher, dass die vertiefenden Untersuchungen, die am Runden Tisch abgestimmt wurden, diese Tendenz bestätigen werden“, erklärt Heinz Hesping für die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (GNOR).

Und in der Frage der Verkehrssicherheit zeige sich, dass Tempo 80 und eine elektronische Verkehrsüberwachung und Verkehrslenkung genügend Sicherheit bringen würden. Dies gelte auch für Zeiten, in denen die Stand-streifen vom Verkehr genutzt werden, so Jürgen Weidmann, der Vorsitzender des Mombacher Arbeitskreises Umwelt ist.

Beim Lärmschutz zeichne sich für das Bündnis ab, dass die sinnvollste Variante eine Lösung mit Flüsterasphalt und Tempo 80 ist. Sie bringe eine Entlastung für alle Betroffenen. Für manche Politiker spielt aber einzig die Frage „Wer zahlt?“ eine Rolle. Es werde noch nicht einmal gefragt, welche Lösung kostet wie viel, es zähle allein die Frage nach dem Kostenträger. Dabei werde übersehen, dass der Lennebergwald und der Mainzer Sand durch bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände verschandelt würden. Es werde auch vergessen, dass durch diese Maßnahme wesentliche Teile der einzigartigen Biotope zerstört würden. Seltene Tiere und Pflanzen gingen verloren. „Und man beschwichtigt, wenn es darum geht, dass Naherholungsgebiete mit mehr als einer Million Besucher verlärmt würden“, erklärt Friederike Häuser vom BUND.

„Wie lange sollen wir es denn noch hinnehmen, dass unsere unmittelbare Umgebung zerstört wird? Denn einmal kaputt ist endgültig kaputt!“, ergänzt Maren Scheer von der Rheinischen Naturforschenden Gesellschaft.

Kritisch sieht das Bündnis auch den großen Landverbrauch im Mainzer Sand durch den Bau einer zweiten Vorlandbrücke und deren Anschluss an die vorhandene Strecke. Ein 600 Meter langes Übergangsstück und den dadurch bedingten Verlust an wertvollen Biotopflächen lehnten die Naturschützer ab, erklärt Ulrich Hassemer vom Umweltausschuss der Evangelischen Friedenskirche Mombach.

Zusage begrüßt

Das Bündnis begrüße die Zusage der Landesregierung, der Gefahr der Wüstenbildung unter den dann zwei Vorlandbrücken entgegen zu wirken. Abschreckendes Beispiel für die drohende Entwicklung sei die heutige Situation unter der Schiersteiner Brücke. Die Maßnahme müsse jedoch gestaltet werden, dass sie keinen negativen Einfluss auf das umgebende Naturschutzgebiet habe, betont Reinhard Toobe von der Mombacher SPD.

Da eine große Zahl von Themen aus dem Bereich Naturschutz anstehen, wie die Lage der Ausgleichsflächen, die Änderung des Kleinklimas durch die diskutierten Lärmschutzwände, Stickstoffbelastungen der Naturschutzgebiete, Standorte der Landschaftsbrücken erneuert das Bündnis „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“ seine Forderung nach der Teilnahme des Umweltministeriums an den kommenden runden Tischen. (jo.)

Wer das Bündnis beim Einsatz für die 4 + 2 Lösung unterstützen möchte erhält Informationen via E-Mail an: nix-in-den-Sand-setzen@arge-mz.de.

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