Lade Inhalte...

Wölfersheim Wasserfragen zum Logistikpark

Eine Bürgerinitiative sieht ungelöste Probleme bei der Wasserversorgung des Logistikzentrums von Wölfersheim.

Anders als der gute Wetterauer Boden, auf dem Rewe an der A45 in Wölfersheim bauen will, ist der Weg bis zum neuen Logistikzentrum des Handelskonzerns steinig und schwer. Einerseits reißt die Kritik an dem Bauvorhaben nicht ab. Andererseits verzögern sich die Beschlüsse in den Gremien der Gemeinde und des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main. Die Initiative „Bürger für Boden“ moniert, dass etliche Fragen hinsichtlich der Wasserversorgung des Logistikzentrums und des Abwassers noch ungeklärt seien. Laut dem Wölfersheimer Bürgermeister Eike See (SPD) soll das Abwasser zur Kläranlage im Hungener Stadtteil Utphe geleitet und dort gereinigt werden. Das Regenwasser sammle Rewe zunächst in einem Retentionsbecken, um es durch einen Regenwasserkanal in den naheliegenden Waschbach abzuleiten.

„Das gigantische Logistikzentrum hat einen enormen Trinkwasserverbrauch. Mit 40 Kubikmetern pro Stunde entspricht das dem Bedarf eines Ortes mit 8000 Einwohnern“, teilt die Bürgerinitiative mit. „Noch ist unklar, woher diese Wassermenge kommen soll.“ Außerdem würden wegen der versiegelten Fläche etwa 140 000 Kubikmeter Regenwasser weder zur Grundwasserneubildung zur Verfügung stehen noch für die lokale Abkühlung durch Verdunstung über Boden und Pflanzen. 

Dasselbe gelte für das Schmutzwasser. Man wisse noch nicht, wie die Abwasserentsorgung konkret aussehen solle, so Anette Breit von der BI. „Was passiert im Fall der sich häufenden Starkregenereignisse?“ Nach Berechnungen der BI käme allein vom Rewe-Gelände über den Waschbach die vielfache Wassermenge dessen auf die Horloff zu, was sie bei ihrem mittleren Abfluss führe. 

Um solche Fragen zu klären, haben die Gemeinde und Rewe mehr Zeit, als sie sich bei Bekanntwerden der Pläne vor rund anderthalb Jahren erhofften. Damals äußerte eine Rewe-Sprecherin, das neue Lager solle Ende 2019/Anfang 2020 in Betrieb gehen. Das dürfte nun erste einige Monate später der Fall sein. Die Verbandskammer des Regionalverbands wird einem Sprecher zufolge voraussichtlich erst im Dezember statt am 12. September über Offenlage der nötigen Änderungen des Regionalen Flächennutzungsplanes entscheiden. Die Gemeinde müsse noch ein Verkehrs- und ein Lärmschutzgutachten beim Regionalverband einreichen, sagte der Sprecher. 

Bürgermeister See sieht in den Verzögerungen kein Problem. „Wir sind zeitlich flexibel, was den Gremienlauf angeht.“ Dies sei mit Rewe auch abgestimmt. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen