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Wölfersheim Mehrheit für Rewe-Logistikpark scheint sicher

Am Freitag könnte das geplante Rewe-Lager eine wichtige Hürde nehmen. Die Regionalversammlung entscheidet, ob der Regionalplan geändert werden kann.

In der Regionalversammlung Südhessen, die am Freitag im Frankfurter Römer tagt, zeichnet sich eine große Mehrheit für das geplante Rewe-Logistikzentrum in Wölfersheim ab. Im Ausschuss für Natur, Landwirtschaft und Forst stimmten CDU, SPD und FDP dafür, den Regionalen Flächennutzungsplan so zu ändern, dass eine 30 Hektar große Fläche an der A45 im Stadtteil Berstadt künftig mit Gewerbe bebaut werden darf. Noch steht diese Fläche im Regionalplan als „Vorranggebiet für Landwirtschaft“.

Die Grünen stimmten gegen die Änderung, sie beantragten, den Beschluss zu vertagen. Im Haupt- und Planungsausschuss einen Tag später forderten die Grünen vom Regierungspräsidium Darmstadt eine neue Standortanalyse; bis diese vorliege, solle die Entscheidung vertagt werden. Dem Ansinnen folgte der Ausschuss nicht.

Rewe will in dem neuen Logistikzentrum die Lagerstandorte aus Rosbach und Hungen vereinen. Diese seien an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt, und eine Erweiterung sei nicht mehr möglich. Neben den Grünen sprach sich auch ein Bündnis aus Kirchen, Umweltverbänden und dem Bauernverband gegen den Neubau in Wölfersheim aus. Sie beklagen die zunehmende Flächenversiegelung und den Verlust wertvoller Ackerböden. Den von Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (Grüne) vorgelegten Beschlussvorschlag, wonach nur 30 Hektar statt der von der Gemeinde beantragten 40 Hektar in Gewerbeflächen umgewandelt werden, lehnen die Grünen ab. Sie bezeichnen ihn als „Kniefall vor den politischen Mehrheiten in der regionalen Planungsversammlung“.

Kötter ist zufrieden

Die SPD sieht das anders. „Wir haben im Fachausschuss intensiv beraten und diskutiert. Wir haben die anstehende Entscheidung sorgfältig vorbereitet“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Michael Göllner (SPD). „Tatsächlich gehen wertvolle Ackerböden verloren. Es handelt sich jedoch nur um ein Prozent der Ackerflächen, die in Wölfersheim vorhanden sind.“ Die Vorteile des Standortes hinsichtlich der Verkehrsanbindung seien immens. Wölfersheims Bürgermeister Rouven Kötter, der zugleich SPD-Sprecher im Haupt- und Planungsausschuss ist, sagt, dass zehn Hektar Erweiterungsfläche gestrichen worden seien, sei schmerzhaft für Wölfersheim, insgesamt könne man aber mit dem Kompromiss leben.

Nach dem Beschluss der Regionalversammlung muss die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Frankfurt/Rhein-Main der Änderung des Flächennutzungsplanes zustimmen. Die Gemeindevertretung in Wölfersheim hat dann einen entsprechenden Bebauungsplan aufzustellen. In diesem Jahr geschieht das jedoch nicht mehr.

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