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Wetterau Stühlerücken im Kreisausschuss

Posten-Geschacher: Nach der Stichwahl bei der Landratswahl könnte die unterlegene SPD-Frau Stephanie Becker-Bösch nun Vize-Landrätin werden.

Wetterau
Wahlsieger mit 57 Prozent: Jan Weckler wird als neuer Landrat auch die Dezernate neu verteilen. Foto: Michael Schick

Die Freien Wähler im Wetterauer Kreistag witzelten einige Tage vor der Stichwahl um das Landratsamt vergangenen Sonntag: „Bei dieser Landratswahl wird es keine Verlierer geben.“ Natürlich wissen auch die Freien Wähler, dass der Rückstand von 14 Prozentpunkten auf den Ersten Kreisbeigeordneten Jan Weckler (CDU) eine Niederlage für die SPD- Kandidatin, Sozial- und Jugenddezernentin Stephanie Becker-Bösch (SPD), und ihre Partei ist. Doch alles in allem nehme die große Koalition keinen Schaden. CDU und SPD im Kreis könnten nun wieder einen „Parteisoldaten“ auf die frei werdende zweite hauptamtliche Beigeordneten-Stelle setzen, die CDU und SPD nach der Kommunalwahl 2016 wieder eingeführt hatten.

So könnte es ablaufen: Becker-Bösch übernimmt von CDU-Mann Weckler die Position des Ersten Kreisbeigeordneten („EKB“) und wird Vize-Landrätin. Wer nicht den Landrat stellt, stellt dafür den „EKB“. So steht es in der Koalitionsvereinbarung von CDU und SPD. Ihre Zuständigkeit für Jugend und Soziales könnte die 46 Jahre alte Juristin behalten. Die Entscheidung über die Dezernatsverteilung liegt beim Landrat. Zwar muss die „EKB“-Stelle öffentlich ausgeschrieben werden. Das ist zumeist aber nur eine Formsache.

Damit muss auch die zweite hauptamtliche Beigeordnetenposition neu besetzt werden. Die steht nach der Koalitionsvereinbarung dann der CDU zu. Wen die Partei vorschlagen wird und wann das sein wird, steht noch nicht fest, wie die Wetterauer CDU-Vorsitzende Lucia Puttrich gestern sagte.

Gerüchte, wonach der Kreistagsvorsitzende und frühere Bürgermeister Bad Nauheims, Armin Häuser (CDU), das Amt anstrebt, weist dieser zurück. Es stehe fest, dass er kein hauptamtlicher Kreisbeigeordneter werde. „Lucia Puttrich weiß, dass ich kein Interesse habe.“ Häuser war im September 2017 nach einer Wahlperiode als Bürgermeister der Kurstadt aus dem Amt geschieden. Er hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Seitdem mache er ein „Sabbatical“. Bis vor kurzem habe er ehrenamtlich den Wahlkampf von Jan Weckler organisiert. Vor einem Monat scheiterte er auf dem Nominierungsparteitag der Wetterauer CDU, als er versuchte Ersatzkandidat von Norbert Kartmann für den Hessischen Landtag zu werden.

Von Häusers Verzicht profitieren könnte der Bad Vilbeler Karl-Peter Schäfer. Der Ortsvorsteher von Gronau sitzt für die CDU bereits im Kreisausschuss. Als einziges ehrenamtliches Mitglied ist er dort zugleich Dezernent, zuständig für die Abfallwirtschaft und den IT-Eigenbetrieb des Kreises. Ob er entsprechende Ambitionen habe, wollte der 61 Jahre alte selbstständige IT-Unternehmer gestern nicht sagen. „Ich nehme dazu keine Stellung.“ Seine politischen Ehrenämter in Bad Vilbel wolle er aber weiter ausfüllen.

Nach der Koalitionsvereinbarung wird Schäfers herausgehobene Position als ehrenamtlicher Dezernent der SPD zustehen, wenn Weckler am 18. April im Amt ist. Sie stehe demjenigen Koalitionspartner zu, der nicht den Landrat stellt. Eine Alternative wäre, dass sich CDU und SPD in diesem Punkt neu verständigen.

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