Lade Inhalte...

Wetterau Landrat wechselt an die Spitze von Energieversorger

Der Wetteraukreis braucht eine neue Führung. Anfang 2018 geht Joachim Arnold in den Vorstand der Ovag. Über seine Nachfolge soll bis Ende März entschieden werden.

LR Joachim Arnold
Ist seit 2008 Chef von rund 1200 Mitarbeitern der Wetterauer Kreisverwaltung. Foto: Rolf Oeser (Rolf Oeser)

Nun ist es amtlich: Der Aufsichtsrat der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) hat den Wetterauer Landrat Joachim Arnold (SPD) zum 1. Januar 2018 in den Vorstand des kommunalen Energieversorgers berufen. Der 57 Jahre alte SPD-Politiker wird Rolf Gnadl ablösen, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Gnadl war bereits Arnolds Vorgänger als Landrat. Laut der Aufsichtsratsvorsitzenden und Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch (SPD) entschied das Gremium am Donnerstag außerdem, den Vertrag von Vorstandschef Rainer Schwarz (CDU) um anderthalb Jahre zu verlängern. Schwarz kann somit bis Mitte 2019 im Amt bleiben. Arnold informierte am Donnerstag den Kreisausschuss und den Kreistagsvorsitzenden Armin Häuser (CDU) offiziell über den Wechsel, nachdem er bei der Ovag den Arbeitsvertrag über fünf Jahre unterzeichnet hatte.

Die Ovag mit Sitz in Friedberg erzielte 2016 einen Umsatz von 449,8 Millionen Euro. Sie versorgt etwa 210.000 Kunden mit Gas, Strom und Wasser. Anteilseigner sind die Landkreise Wetterau (51,7 Prozent), Vogelsberg (32,1) und Gießen (16,2). Das Arnold und Schwarz die künftige Doppelspitze bilden würden, zeichnete sich in den letzten Monaten ab. Arnold hatte Ende Mai mitgeteilt, vom Kreishaus in die Ovag-Zentrale wechseln zu wollen.

Präzedenzfälle gibt es

Der Sprecher der Wetterauer SPD, Rouven Kötter, würdigte am Freitag Arnolds politische Arbeit im Landkreis: „Joachim Arnold hat als Bürgermeister in Wölfersheim und als Landrat über 25 Jahre lang gezeigt, dass er strukturelle, äußerst komplexe und schwierige Herausforderungen beherzt anpacken und systematisch lösen kann.“ Der vergangenen Sonntag wiedergewählte Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD) bezeichnete die Entscheidung des Aufsichtsrats als eine „geübte Praxis“. Es sei wichtig, dass der Ovag-Vorstand die Region kenne.

Ehemalige Landräte als Vorstand des Energieversorgers gab es schon häufiger. Gnadl kam Anfang 2008 ins Unternehmens, weil Hans-Ulrich Lipphardt (SPD), früher Landrat im Vogelsbergkreis, ausschied. Der aktuelle Vorstandschef und ehemalige Wetterauer Vizelandrat Schwarz löste 2008 den ehemaligen Vogelsberger Landrat Hans-Ulrich Lipphardt (SPD) an der Spitze ab.

Die Wahl seines Parteifreundes Arnold sei eine „gute Personalie“, sagte Manfred Görig, der ebenfalls im Aufsichtsrat sitzt. Eine wichtige Aufgabe für den künftigen Vorstand bestehe darin, die Digitalisierung der Energiewende voranzutreiben. Dazu zähle beispielsweise der Einbau intelligenter Zähler bei Privatkunden. Wenn es um die Nachfolge von Schwarz gehe, sei dann wieder die CDU an der Reihe, „so dass der Proporz ein Stück gewahrt bleibt“, sagte Görig.

Der Wetterauer Kreistag muss nun einen Termin für die Wahl von Arnolds Nachfolger festlegen. Bis Ende April 2018 wäre dem Gesetz nach Zeit. Die Direktwahl soll aber schon im ersten Quartal sein. CDU und SPD haben im Koalitionsvertrag festgelegt, dass sie ihre jeweiligen hauptamtlichen Kreisbeigeordneten nominieren werden. Für die CDU ist das der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Jan Weckler, für die SPD Sozialdezernentin und Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen