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Wetterau Landrat überrascht mit Personalie

Der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU) und die Kreis-CDU sorgen für Überraschungen beim Personal und im Kreisausschuss. Der Opposition gefällt das nicht.

Neue Kreisspitze im Wetteraukreis
Sorgt für eine Überraschung: der Wetterauer Landrat Jan Weckler (CDU). Foto: Rolf Oeser

Wie sich der Wetteraukreis in der Spitze für die nächsten Jahre aufstellen will, zeichnet sich immer stärker ab. Dabei gibt es ein paar Überraschungen. Dass die Vorstände von Kreis-CDU und Fraktion den 44 Jahre alten Matthias Walther aus Nidda für die Position des zweiten hauptamtlichen Kreisbeigeordneten vorschlagen würden, damit hat so gut wie niemand gerechnet. Der Diplom-Logistiker, der mit Frau und zwei Kindern in Geiß-Nidda lebt, arbeitet bei Fraport in Frankfurt. In der Kreispolitik ist er ein Unbekannter. Lediglich in seinem Heimatort kennt man ihn als engagiertes CDU-Mitglied und Vize-Ortsvorsteher. „Ich trau’ ihm das zu“, sagt die Ortsvorsteherin von Geiß-Nidda, Brigitte Müller (CDU).

Als wäre nicht schon die Personalie Walther an sich Überraschung genug, betraut der für die Dezernatsverteilung zuständige Landrat Jan Weckler (CDU) seinen Parteifreund noch mit zentralen Aufgaben, allen voran der Kreis-Kämmerei. Ihm würde ein gut bestelltes Feld übergeben, nachdem sich der Kreis im Frühjahr 2017 unter dem Schutzschirm des Landes verabschiedete und das Plus 2017 besser ausfiel als erwartet.

Nach der im Amtsblatt veröffentlichten Stellenausschreibung soll sich Walther – seine Wahl im Kreistag soll am 15. August sein – außer um die Finanzen in Zukunft um die Bereiche Umwelt sowie Landwirtschaft und Bauordnung kümmern. Zudem wird sein Dezernat der Ausschreibung zufolge für die beiden Eigenbetriebe Abfallwirtschaft und Informationstechnologie verantwortlich sein.

Schulbau ist Chefsache

Letzterer versorgt unter anderem die Kreisverwaltung und das Jobcenter Wetterau mit der IT. Dem Abfallwirtschaftsbetrieb obliegt auch die Verantwortung für die kreiseigenen Recyclinghöfe. Bislang betreut Kreisbeigeordneter Karl-Peter Schäfer (CDU) die zwei Eigenbetriebe. Übernimmt Walther sie, ist Schäfer wie die anderen ehrenamtlichen Mitglieder des Kreisausschusses ohne Geschäftsbereich.

Von der Opposition hagelt es Kritik. Vor allem die FDP ist nach wie vor der Meinung, dass es wie zur Zeit der „Ampel“ aus SPD, FDP und Grünen in der vergangenen Wahlzeit keines zweiten hauptamtlichen Beigeordneten bedürfe. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Büdingens Bürgermeister Erich Spamer, befürchtet, dass sich niemand auf die Ausschreibung bewerben werde. „Parteipolitik pur“, so der Rathauschef.

Kommt es wie in der Ausschreibung, wären alle Dezernate in den Händen der drei Hauptamtlichen im Kreisausschuss, welcher aus insgesamt 13 Mitgliedern besteht. Der Schulbau bleibt wie angekündigt „Chefsache“. Aber auch die Regionalentwicklung, wozu die Zukunftsthemen schnelles Internet, Mobilität und ländlicher Raum gehören, will er nun offenbar weiter selbst vorantreiben. Daneben wird der 46-Jährige Personaldezernent bleiben und für die eher untergeordneten Aufgaben Brand- und Katastrophenschutz sowie einige Sonderfachdienste, zum Beispiel die Pressestelle, verantwortlich zeichnen.

Bereits die neue Erste Kreisbeigeordnete, Sozial- und Jugenddezernentin Stephanie Becker-Bösch (SPD), bekam nach ihrer Wahl die Zuständigkeit für weitere Fachbereiche, so zum Beispiel die Ausländerbehörde und das Jobcenter.

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