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Wetterau Karben Blüten zur Abschreckung

Die Landschaftsarchitektin Hildegunde Henrich empfiehlt pflegeleichten Ersatz alter Rosensträucher. Blüten und Sträucher erhöhen auch die Hemmschwelle, dort den Müll zu entsorgen.

09.09.2013 13:05
Peter Hauff
Die Hainbuchen auf dem Klein-Karbener Kreisel haben neuerdings pflegeleichte Umrahmung. Foto: ROLF OESER

In der Kreiselmitte Klein-Karben wurden Rosenbüsche gegen farbige Blumen und Gräser getauscht. Den Anstoß für die Landschaftsarchitektin Hildegunde Henrich hatte vor zwei Jahren ein fehlender Pflegeplan gegeben. Viele Rosenbüsche, die überall in der Stadt gesetzt worden waren, sind verholzt. Oft blieben Beete auch ungepflegt, und so manche verwelkte Grünfläche dient Autofahrern als Müllkippe. Dauerhafte Blüten und pflegeleichtes Grün erhöhen die Hemmschwelle nun, hofft der Magistrat. Auf dem Kreisel in Klein-Karbenwachsen Stauden, die vom Frühjahr bis in den Herbst Farbe geben sollen. Die vier Hainbuchen im Zentrum konnten dabei stehen bleiben. Aufgefrischt wurden zudem „in die Jahre gekommene“ Sträucher rund um das Bürgerzentrum.

Auch am Verkehrskreisel in Burg-Gräfenrode hatte Bürgermeister Guido Rahn (CDU) sich schon vor seiner Wahl mehr Farbe gewünscht. Nach einem erfolgreich Testjahr hat das 2011 verabschiedete Konzept nun verdient, auf ganz Karben übertragen zu werden, meint auch der Infrastruktur- und Planungsausschuss. Ein Pflanzenfreund aus Klein-Karben hatte ehrenamtlich Pflanzpläne für den Kreisel in „Roggau“ entworfen. Mitarbeiter des Bauhofes setzten nach diesen Angaben neue Gewächse. „Es ist gut, wenn Bürger von sich aus zum Rathaus kommen und mit anpacken“, sagt die im Taunus lebende Landschaftsgestalterin dazu. Mit ihrem Fachwissen hilft Henrich Rathäusern in ganz Hessen, Zeit und Geld zu sparen. Als Jurymitglied im europaweiten Wettbewerb Entente Florale schwört Henrich nicht nur auf botanischen Nutzwert und Schönheit von Pflanzen, sondern auch auf demokratische Effekte: „Identifiziert sich der Bürger mit unserem Konzept, das bewusst nichts vorschreibt, muss die Stadt auch weniger oft ihren Bauhof zur Pflege hinschicken.“

Kugelsträucher kommen weg

Ebenfalls schon erneuert sind Karbens Grünflächen an der Gehspitze und im Skulpturenpark zwischen Rathaus und Schwimmbad. Dort liegt jetzt ein Wechselflorbeet. Und für die Ortseinfahrt plante Henrich langgestreckte Streifen mit Zwiebelblumen. Die zweimal im Jahr kugelrund geschnittenen Büsche und Sträucher überall in der Stadt werden ihrem Konzept zufolge schrittweise „zurückgebaut“ – das heißt ausgerissen und ersetzt – oder nach Korrekturen mit der Schere ihrem natürlichen Wildwuchs überlassen.
Bürgermeister Rahn ließ sich von der Expertin Einsparungen in sechsstelliger Höhe vorrechnen, sagte er im Gespräch mit der FR. „Bis der Effekt erreicht ist, dauert es natürlich noch mehrere Jahre.“ Falls der Magistrat mit dem Gedanken spielt, mit Hilfe seiner Bürger und des Gewerbevereins an einem der Entente Florale Wettbewerbe teilzunehmen, kann er sich im November nächsten Jahres bewerben. Karben käme dann in einer Sendung des ZDF-Fernsehgartens 2015 groß raus.

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