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Wetterau „Es wird Stimmung gemacht“

Der Fahrgastverband Pro Bus und Bahn weist Kritik am geplanten viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg zurück.

Im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke soll auch der Bad Vilbeler Südbahnhof barrierefrei gestaltet werden. Foto: Rolf Oeser

Jürgen Lerch, der mittelhessische Regionalleiter des Fahrgastverbands Pro Bus und Bahn, hat Kritik am geplanten viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Frankfurt-West und Friedberg zurückgewiesen. Wenn von Kritikern des Projekts beklagt werde, dass Politiker nicht mehr bereit seien, in einen gesellschaftlichen Diskurs wegen des Ausbaus und möglicher Alternativen zu treten, so müssten sich die Gegner fragen lassen, ob nicht sie es seien, die eine solche Debatte verweigerten.

Nach den Worten Lerchs verleugnen die Gegner, dass der Ausbau notwendig ist. Stattdessen werde mit „Totschlagargumenten“ Stimmung gegen das Infrastrukturprojekt gemacht. So werde etwa behauptet, dass der Ausbau „nur dem Güterverkehr“ diene. Derzeit, schreibt Lerch in einem Brief an die FR, sei es nicht möglich, dass die S-Bahnen von Frankfurt in einem „sauberen 15-Minuten-Takt bis Friedberg fahren“. Viele Bahnen werden seinen Worten nach „durch Überholungen ausgebremst und sind durch lange Fahrzeiten für Fahrgäste nicht attraktiv“. Zugleich würden die S-Bahnen die schnelleren Regionalzüge ausbremsen, so dass für die Fahrgäste Verspätungen und das Verpassen von Anschlusszügen in Friedberg und Frankfurt an der Tagesordnung seien.

Lerch, der am 21. März in Friedberg als Vertreter des Fahrgastverbands an einem Treffen der Befürworter des viergleisigen Bahnstreckenausbaus teilgenommen hatte, macht zudem darauf aufmerksam, dass sich der Zuzug von Menschen in die Rhein-Main-Region unmittelbar auf die Bahn auswirke. Durch die stetige Zunahme der Zahl der Pendler seien viele Bahnstrecken schon überlastet. So bestehe nicht nur entlang der Main-Weser-Bahn der Wunsch nach mehr Zügen, sondern auch auf der Niddertalbahn, der Horlofftalbahn und der Vogelsbergbahn. Zudem plant eine interkommunale Initiative, den 2003 eingestellten Bahnverkehr der Horlofftalbahn im Abschnitt zwischen Wölfersheim-Södel und Hungen wieder zu reaktivieren.

Lerch hält auch nichts von der alternativen Idee der Ausbaugegner, eine neue Bahnstrecke entlang der A5 zu bauen. Diese würde aus seiner Sicht „überhaupt nicht das Problem auf der Main-Weser-Bahn lösen“. Zudem sei der Güterverkehr zwischen Friedberg und Frankfurt im Vergleich zu anderen Strecken so gering, dass sich dafür eine Neubaustrecke „niemals rechnen würde“. Deshalb sei dieser Vorschlag auch nicht in den Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden, schreibt Lerch.

Der viergleisige Ausbau sei „allein den mangelnden Kapazitäten des S-Bahn- und des Regionalverkehrs geschuldet“. Wer oft mit der Bahn zwischen Friedberg und Frankfurt fahre und die schlechte Abwicklung des Bahnbetriebs kenne, der könne sich über die Argumente der Ausbaugegner nur wundern. Lösungen, die auf diese Probleme nicht eingingen oder die nicht bezahlbar seien, „sollten die Ausbaugegner begraben“, meint Lerch. Dann seien die Fahrgäste und Politiker auch wieder zu einem Gespräch bereit.

Die Kritiker des Projekts halten indes den Ausbau für „gesetzeswidrig“, weil sich die Kosten allein für den ersten Bauabschnitt von Frankfurt-West nach Bad Vilbel von ursprünglich 163 Millionen Euro im Jahr 2003 auf inzwischen rund 323 Millionen Euro verdoppelt haben.

Die Ausbaugegner vom Verein Bahnane treffen sich wieder am Sonntag, 24. April, um 15 Uhr in der Turnhalle des TV Frankfurt-Eschersheim, Maybachstraße 14.

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