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Schulen in Wetterau Rekordsumme für den Schulbau

In den nächsten vier Jahren will der Wetteraukreis über 100 Millionen Euro zur Behebung der Raumnot in den Schulen ausgeben.

Bagger Bauarbeiten
Ein Bagger beim Ausheben (Symbolbild). Foto: Imago

Die Raumnot an Wetterauer Schulen zeigt sich an der Stadtschule in Bad Vilbel wie unter einem Brennglas. Genauer gesagt an ihrer Außenstelle im Stadtteil Gronau: Dort hatte der Landkreis schon zum Schuljahr 2016/2017 Container für zwei weitere Klassen aufgestellt. Doch damit ist es nicht getan. Die Zahl der Schüler steigt auch in Bad Vilbel. Der Kreis will deshalb vom Frühjahr 2019 an die Außenstelle der Grundschule erweitern. Etwa 105 Schüler besuchen nach Angaben der Schule zurzeit die Dependance in Gronau.

Sie soll einen Anbau mit vier Klassenräumen, zwei Gruppenräumen und einer Mensa beziehungsweise einem Mehrzweckraum erhalten. Die Stadt Bad Vilbel beteiligt sich an den Baukosten von rund vier Millionen Euro mit rund 288 000 Euro, weil der Mehrzweckraum auf ihren Wunsch hin größer ausfallen wird als ursprünglich geplant. So könnten ihn dann auch Vereine und städtische Gremien nutzen. Bad Vilbels Stadtparlament hatte diesem Geschäft kürzlich zugestimmt. Ende 2020 soll der Anbau fertig sein. Solange soll die bestehende Containeranlage durch eine größere, zweigeschossige mit vier Klassen ersetzt werden.

So wie der Stadtschule in Bad Vilbel ergeht es vielen Schulen im Kreis. Und weitere Provisorien werden folgen: An der Degerfeldschule in Butzbach, der Rosendorfschule in Steinfurth, der Stadtschule in Büdingen und an der Grundschule in Limeshain-Himbach beispielsweise. Es müssen Übergangslösungen gefunden werden, die Schüler enger zusammenrücken und weitere Wege in Kauf nehmen.

In fünf Jahren 700 Schüler mehr pro Jahrgangsstufe

Der Wetteraukreis will deshalb viel Geld ausgeben, damit sich die Lage wieder entspannt. In den nächsten vier Jahren soll so viel in den Ausbau der Schulen investiert werden wie noch nie. Mehr als 100 Millionen Euro hat der Schuldezernent, Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler (CDU), angekündigt. Von selbst würde sich die Situation nicht entspannen. Im Landratsamt in Friedberg rechnet man damit, dass die Kreisbevölkerung in den nächsten zehn Jahren um zehn Prozent wachsen wird. Spätestens in fünf Jahren werde es 700 Schüler mehr in jeder Jahrgangsstufe geben, sagt Weckler, der das Thema Schulen nach seinem Amtsantritt als Landrat im April zur Chefsache machen will.

Der Vorsitzende des Kreiselternbeirats, Horst Eigenwillig, hält die Rekordinvestitionen in den Schulbau für notwendig. Möglicherweise würden selbst die 100 Millionen noch nicht ausreichen, glaubt er. Wie akut der Platzmangel mancherorts ist, weiß er von seinen Kindern. Ein Sohn gehe auf die Solgrabenschule, eine Mittelstufenschule in Bad Nauheim. Auch dort gebe es mehrere Container, und die Räumlichkeiten seien „sehr, sehr beengt“, berichtet Eigenwillig. Außerdem müssten angrenzende Schulen Gebäude gemeinsam nutzen, damit der Unterricht normal stattfinden könne.

Nicht überall in der Wetterau ist die Lage indes gleich angespannt. Deshalb hatte Weckler schon im Mai 2017 angekündigt, der Kreis werde zunächst immer prüfen, ob nicht auch eine Modernisierung oder ein Umbau von Bestandsflächen anstatt eines Anbaus Abhilfe schaffen kann. „Aktuell haben wir die Situation, dass im Altkreis Büdingen teilweise großzügig Raum in den Schulgebäuden vorhanden ist, während wir im Westen des Kreises allenthalben mit Platznot zu kämpfen haben“, sagte Weckler.

Noch sei die Kreisverwaltung dabei, den Platzbedarf in den Wetterauer Schulen zu ermitteln und Vorschläge für Neubauten und Erweiterungen zu erarbeiten, sagt ein Kreissprecher. Diese würden zunächst in den Gremien vorgestellt. „Grundsätzlich stehen aktuell neue Schulen in Bad Vilbel, Friedberg und Rockenberg zur Diskussion.“

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