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Rosenhang in Klein-Karben Kardinal und Herzogin blühen

Der Rosenhang in Klein-Karben wird 25 Jahre alt. Er blüht wie eh und je, Damit dies so bleibt, werden zur Pflege der wunderbaren Naturoase neue Mitstreiter gesucht

Rosenhang in Klein-Karben
?Rosen haben eine Seele?, sagt Ralf Berster, der den Rosenhang am Ortsrand von Klein-Karben 1993 angelegt hat. Foto: Rolf Oeser

Schmale Rasenpfade führen vorbei an Cardinal de Richelieu, der Duchesse de Montebello, den Raubrittern oder der Rosa Sancta. Letztere heiße so, weil sie einst in Äthiopien auf einem koptischen Friedhof gewachsen sei, erzählt Ralf Berster. Hinter vielen der Blumen, die am Rosenhang in Karben wachsen, verbergen sich interessante Geschichten und Anekdoten. „Das gibt den Rosen eine zusätzliche Dimension“, sagt der 82-Jährige.

Er kennt sie alle. Berster hat den Garten auf einer 5000 Quadratmeter großen Fläche gegenüber dem Friedhof in Klein-Karben 1993 angelegt. Wo einmal ein Steinbruch war, der später mit Schutt aufgefüllt wurde, leuchtet heute ein Kardinal in zartem Rosa, schlängeln sich Rosensträucher an Bäumen hinauf und quert der Grünfink die Wege.

In diesem Sommer wird der Rosenhang 25 Jahre alt. Wer etwas für Blumen, Sträucher und Bäume, gepaart mit melodischem Vogelgesang, übrig hat, der sollte diesen Ort besuchen. Mit einem englischen Garten hat er nicht viel gemein. Ordentliche Kieswege und gestutzte Hecken sucht man vergebens. Hier geht es wild zu. Doch das sei gewollt, sagt der Karbener.

Viele Rosen blühen schon in voller Pracht, beim Rosenfest, das wie jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende stattfindet, werden es noch mehr sein. Das Spektrum reicht von Exemplaren in sattem Rosa über kleine roséfarbene bis zu großen weißen Blüten. Eine von ihnen ist „Madame Hardy“. „Für viele die schönste weiße Rose überhaupt, sagt Berster.

In vielen Ecken des märchenhaften Ortes erfüllt die „Königin der Blumen“ die Luft mit ihrem dezenten Duft. Farbenreichtum, Duft und Geschichte – die Vielfalt der Pflanze hat Berster, der einmal Außenhandelskaufmann gelernt hat, gefesselt. „Man kann sagen, die Rosen haben eine Seele.“ An die 600 Sorten präsentieren sich in dem wilden Garten. Vor vielen Sträuchern stecken kleine Schilder im Boden, auf denen die Namen zu lesen sind.

Ein Besuch in Eltville, das seit Ende des 19. Jahrhunderts für seinen Rosenreichtum bekannt war, brachte Berster 1990 zu den Blumen. Er kaufte sich Bücher über Rosen und pflanzte sie in seinem Garten an. Als der zu klein wurde, hielt er Ausschau nach einem Grundstück. Die Stadt stellte ihm die Fläche am Ortsrand von Klein-Karben zur Verfügung. Seit 1993 kümmert sich der Wetterauer nun schon um das Biotop, in dem sich neben den Rosen auch unzählige Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel tummeln. Gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Rosemarie Kärcher-Schack und anderen ehrenamtlichen Helfern, zum Beispiel vom psychosozialen Zentrum der Diakonie in Karben, pflegt Berster den Rosenhang auch im hohen Alter noch. Die Begeisterung ist ungebrochen.

Dennoch hofft der 82-Jährige, dass der Rosenhang neue Anhänger finden wird, die bereit sind, sich hin und wieder dem Kardinal, der Herzogin und Madame Hardy zuzuwenden. „Wir kommen mit der Arbeit kaum nach.“ Beim Fest am 3. Juni könnte man sich kennenlernen.

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