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Ortsbeirat Bad Vilbel Zwist bei den Grünen

Der Grünen-Ortsbeirat Kurt Sänger verlässt Dortelweiler Ortsbeirat und macht Fraktionskollegin Kathrin Anders schwere Vorwürfe.

03.02.2014 14:12

Der Grünen-Ortsbeirat Kurt Sänger hat sein Mandat im Dortelweiler Ortsbeirat niedergelegt. Als Grund dafür führt er die schlechte politische Kultur in dem Ortsteilgremium an. Zudem macht er seiner Fraktionskollegin Kathrin Anders schwere Vorwürfe.
„Dieser Ortsbeirat ist die institutionalisierte Vetterleswirtschaft im Ehrenamt der Familie und Verwandtschaft von Herbert Anders“, schreibt Sänger in einer Mitteilung an die Presse. Herbert Anders (CDU) ist Vorsitzender des Ortsbeirats Dortelweil sowie Stadtverordnetenvorsteher.

Es könne nicht sein, dass die Frau des Ortsvorstehers, Edith Anders, in ihrer Eigenschaft als Schatzmeisterin Anträge zur finanziellen Förderung des Funball-Vereins stellt, in dessen Vorstand auch ihr Bruder ist und der Ortsvorsteher entscheide dann in nichtöffentlicher Sitzung über die Genehmigung des Ganzen, moniert Sänger.

Kathrin Anders habe es versäumt, der CDU gegenüber klare Grenzen zu setzen, moniert Sänger. Damit sei ihm auch in der eigenen Fraktion der politische Boden entzogen worden, so der Grüne weiter. „Kathrin Anders rückt immer weiter von meiner Linie weg“, sagte er der FR auf Nachfrage. Er fühle sich von ihr im Stich gelassen.

Kein Nachrücker

Kathrin Anders ist Vorsitzende der Grünen in Bad Vilbel und Stadtverordnete. Sie ist mit einem Cousin von Ortsvorsteher Herbert Anders verheiratet, lebt aber in Trennung. Sie kann die Vorwürfe ihres Parteikollegen nicht nachvollziehen und zeigte sich darüber „sehr verwundert“.
„Die Folge meiner Kritik an Herbert Anders und der Förderung des Funball-Vereins hat schon dazu geführt, dass die Hälfte meiner angeheirateten Familie nicht mit mir geredet hat“, sagt sie auf Nachfrage der FR. Nach der Trennung rede nun auch die andere Hälfte nicht mehr mit ihr. Der Vorwurf, dass sie die Politik der CDU nicht genug kritisiere, hält sie daher „an den Haaren herbeigezogen“. Gleichwohl sagte sie der FR, dass sie Sängers Arbeit „sehr geschätzt“ habe und seine Entscheidung respektiere. Einen Nachrücker für Sänger in dem Ortsteilgremium gibt es nicht. Anders wird also die kommenden zwei Jahre dort allein für die Grünen die Stellung halten.

Auch parteiintern schlägt der Rückzug von Sänger laut Anders hohe Wellen und beschäftigt sogar den Parteivorstand der Bad Vilbeler Grünen.

Als Ende seines politischen Wirkens sieht Sänger den Rückzug nicht. Er ist erster Nachrücker für das Stadtparlament und hofft darauf, noch in dieser Legislatur aufzurücken. So lange werde er als Besucher teilnehmen. (cir)

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