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Öffentliche Toiletten in Vilbel Dringendes Bedürfnis

Es gibt nur eine öffentliche Toilette in der Bad Vilbeler Innenstadt - zu wenig, meint der Seniorenbeirat.

Schön, bunt und selten: die öffentliche Toilette hinter dem Kurhaus. Foto: Renate Hoyer

Wer in der Bad Vilbeler Innenstadt unterwegs ist und dringend mal muss, hat ein Problem. Denn zwischen Süd- und Nordbahnhof gibt es nur eine einzige öffentliche Toilettenanlage. Bevor mit der Neuen Mitte begonnen wurde, stand das Häuschen am ehemaligen Zentralparkplatz. Dann zog es um auf die andere Seite der Nidda: hinter das Kurhaus am Hallenbad. Zwar weisen im Park Schilder den Weg zum WC. Doch angesichts des Neue-Mitte-Bau-Tumults mit seinen Sperrzäunen, Baggern, Container und Umleitungen ist die Bedürfnisanstalt nicht ganz einfach zu erreichen – speziell für Ortsunkundige und Menschen, die weniger flott zu Fuß sind.

Immerhin aber sieht das Klo von außen ganz schmuck aus: blau-grüne Graffiti zieren die Wände, Brunnen und Quellen der Stadt sind die Motive. Und auch was die Innenausstattung betrifft, zählt die Anlage sicher nicht zu den versifftesten ihrer Art. Doch sie ist die einzige weit und breit. Die nächsten öffentlichen Toiletten befinden sich am Ritterweiher und an der Busstation auf dem Heilsberg. Nicht mal an den beiden Bahnhöfen der Kernstadt kann man aufs Klo gehen.

Der Seniorenbeirat hat die Not längst erkannt, in seiner Sitzung am Montag stand das Thema auf der Tagesordnung. Denn gerade für ältere Menschen sei der Weg über die Nidda bis hinters Kurhaus oft zu lang und zu mühsam. Und sie wollten nicht unbedingt in einem Café einkehren und etwas bestellen müssen, nur um dann das WC benutzen zu dürfen. „Die Toilettenlage hier stinkt zum Himmel“, formuliert es Beiratssprecher Jochen Brings im Gespräch mit der FR.

Seniorenbeirätin Ingrid Wagner kam jedoch sogar schon auf eine Idee, wie der Klo-Misere beizukommen sei: Sie klapperte in den vergangenen Wochen sämtliche Geschäfte und Betriebe in der Frankfurter Straße ab und fragte die Betreiber, ob sie bereit wären, „in dringenden Fällen Senioren auf ihre Personaltoilette zu lassen“. Die meisten hätten das bejaht, stellt sie dem Gremium das Ergebnis ihrer Aktion vor.

So erfreulich dieses auch sein mag und so sehr es für Hilfsbereitschaft der Vilbeler Geschäftsleute spricht: Das kann nicht die Lösung des Problems sein. Manche scheuen sich schließlich, fremde Menschen zu bitten, ihr WC benutzen zu dürfen. Außerdem betrifft die Sache nicht nur Senioren. Auch jüngere Stadtbummler müssen mal aufs Klo. Für den Seniorenbeirat stellt sich daher gerade im Hinblick auf die Entwicklung der Vilbeler Innenstadt die Frage: „Sind öffentliche Toiletten in der Neuen Mitte vorgesehen?“ Kurz und knapp mit einem „Ja“ antwortet darauf Hansgeorg Jehner von der Humanistischen Stiftung, Investorin der Neuen Mitte. „Es wird öffentliche Toiletten geben.“ Auch außerhalb der Bibliotheks-Brücke. Wie groß und welcher Art die Anlage sein werde, sei vergleichbar mit der Ausstattung ähnlicher Einkaufs-Komplexe. Genauere Angaben macht Jehner auf FR-Nachfrage nicht.

Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) stellt zudem in Aussicht, dass auch am Nordbahnhof, der seit vielen Monaten barrierefrei ausgebaut und neu gestaltet wird, wieder öffentliche Klos entstehen könnten. Im alten Bahnhofsgebäude habe es ja auch welche gegeben, bis die Deutsche Bahn dieses geschlossen habe. „Im Rahmen des weiteren Bebauungsplans für das Areal bestehen durchaus Möglichkeiten, dort Toiletten einzurichten“, sagt Stöhr. Darüber müsse die Stadt mit der Bahn und dem RMV sprechen.

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