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Nidda Hochwasser Flutwelle schießt durch Wallernhausen

Im Niddaer Ortsteil Wallernhausen tritt der Rambach über die Ufer. Niemand wird verletzt, aber der Schaden ist groß: Autos werden fortgespült, hunderte Keller laufen voll und leblose Schweine und Fische treiben durch das Dorf.

15.07.2014 15:22
Ein Bagger entfernt am Montag den weggeschwemmten Belag einer Straße in der Dorfmitte. Foto: dpa

Wassermassen strömen durch die engen Straßen, die Menschen stehen bis zu den Knien in den Fluten: Nach starken Regenfällen ist der Niddaer Ortsteil Wallernhausen am Sonntag von einer Flut aus Schlamm und Wasser überrascht worden. „Nach wolkenbruchartigen Regenfällen auf einen Boden, der keinen Tropfen Wasser mehr aufnehmen konnte, haben sich harmlose Bäche in reißende Ströme verwandelt“, sagte Landrat Joachim Arnold. Verletzt wurde niemand. Mit Besen, Eimern und Schrubbern säuberten die Menschen in der 1300-Einwohner-Gemeinde auch am Montag ihre Straßen vom gröbsten Dreck.

Nach Angaben des Wetteraukreises hatte der acht Kilometer lange Rambach, der Wallernhausen durchfließt, eine fast zwei Meter hohe Flutwelle durch den Stadtteil gespült. Der Schaden sei erheblich, hieß es: Autos wurden fortgespült, der Mannschaftswagen der Feuerwehr Wallernhausen wurde von der Masse über einen 1,50 Meter hohen Zaun gehoben, leblose Schweine und tote Fische trieben durch das Dorf. Hunderte Keller liefen voll, in einigen kippten Öltanks um. Der ausgelaufene Ölschlamm musste durch Spezialfirmen entsorgt werden. Die Kreisstraße 202 wurde auf einer Länge von rund zehn Metern zerstört.

„Es sieht aus wie nach einem Bombenangriff“, sagte Niddas Ordnungsamtsleiter Uwe Bonarius. „Solche Dinge kennt man nur aus dem Fernsehen, wenn in den Bergen Schlammlawinen runtergehen.“ Die Stadt hat gestern 25 Container für Sperrmüll aufstellen lassen und bei der Stadtkasse Nidda ein Spendenkonto eingerichtet, Stichwort „Hochwasser Wallernhausen“. Bonarius ging davon aus, dass die Aufräumarbeiten mindestens diese Woche in Anspruch nehmen.

Drei Stunden lang habe das Wasser in den zentralen Ortsdurchfahrten etwa zwei Meter hoch gestanden, berichtete eine Lokalzeitung. Die Höhe des Schadens war noch unklar. Es werde noch einige Zeit dauern, bis dieser feststehe, sagte ein Kreissprecher. Ein Landwirt verlor demnach acht bis zehn Schweine. Die restlichen Tiere hätten auf die Wiese eines Nachbarhofes getrieben und so gerettet werden können. Besonders der Ortskern von Wallernhausen war betroffen, zahlreiche Straßen und Gebäude waren laut Polizei stark beschädigt worden.

Die Polizei selbst war mit Streifenwagen vor Ort, um das Gebiet abzusperren. Der Regen hatte gegen Sonntagnachmittag eingesetzt, erst am späten Abend hatte sich die Lage entspannt. Mehr als 300 Helfer insbesondere von den Feuerwehren, waren bis nach Mitternacht im Dauereinsatz. (dpa/pz)

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