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Karben Von der Bühne ins Buch

Verlag veröffentlicht Poetry-Slam-Texte / Meisterschaft von Donnerstag an.

„Ich bin skeptisch dahin gegangen, war aber hinterher vollauf begeistert“, sagt der Kloppenheimer Verleger Walter Sülberg über den Besuch eines Poetry Slams in Karben vor einem Dreivierteljahr. Die Begeisterung war so groß, dass Sülberg die Slammer ansprach und ihnen die Idee vorstellte, aus den Bühnentexten ein Buch zu machen. Vor Kurzem ist es im Morlant-Verlag erschienen.

Plädoyer für Toleranz und Respekt

„Poetry Slam Wetterau – Das Buch“, 90 Seiten stark, ist ein Plädoyer für Toleranz, Respekt und Anerkennung. Mehr als 20 Bühnenpoeten setzen sich in über 30 Texten mit diesen Werten auseinander. Herausgegeben haben es die drei Slammer Kim-Anh Schäfer und Dominik Rinkart aus Karben sowie der Wetterauer Poetry-Slam-Häuptling Andreas Arnold. Arnold organisiert seit 2001 regelmäßige Poetry Slams in Reichelsheim und Friedberg.

Zu Beginn des Sammelbandes betont die Friedbergerin Tanasgol Sabbagh mit ihrem Gedicht „Eine Stimme“, dass es mit dem Buch nicht getan ist. Gegen Ungerechtigkeiten könne man nicht bloß anschreiben. Die Autoren sollten den Worten Taten folgen lassen: „Wir sind doch nur wortgewandt / und ohne jede Handlung hat nichts von unsrer Schrift Bestand, / denn damit irgendwer versteht, /wofür du kämpfst, wofür du lebst, / reicht nicht die Tinte deiner Feder, / es bedarf, dass du dich erhebst.“ Auf den Straßen gelte es, mit Mut und Geist die Freiheit zu fordern, „die uns durch die Finger rinnt“.

Zugegeben, auf den Straßen, zumindest aber auf der Bühne, hätten diese Worte mehr Gewicht, lebt doch der Poetry Slam, wie er 1986 in Chicago entstanden ist, vom gerade Vortrag auf der Bühne und der Selbstinszenierung. Verleger Sülberg drückt es so aus: „Es sind nicht nur Texte für Poetry Slam, sondern auch für den Sessel und ein Glas Rotwein.“

Ihr Spektrum ist vielfältig. Es reicht vom achtzeiligen Gedicht bis zum nachdenklichen Essay. Erzählt werden die Geschichten ausgegrenzter Menschen. Wie die vom Obdachlosen, den die Realität zwischen Schlafsack und Pfandsammeln aus dem Traum vom sonnigen Strand und gegrillten Fisch reißt. Es geht genauso um Alltagsbeobachtungen wie um grundsätzliche Erwägungen zu Toleranz.

Gleichzeitig soll das Buch auch Ausgangspunkt für gemeinsame Auftritte der Autoren sein, im Kuhtelier in Karben und anderswo in der Wetterau. Auf genügend Zuhörer dürfen die Slammer hoffen. Die ersten 200 gedruckten Exemplare des Büchleins sind laut Sülberg so gut wie vergriffen. Nun würden mindestens genauso viele nachgedruckt.

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