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Karben Entlastung für Knotenpunkte

Der viel diskutierte Ausbau der B 3 bleibt ein Thema im Kommunalwahlkampf. Um Staus zu verringern, möchte die Stadt die Einfädelspur von Dortelweil bis zur Ausfahrt nach Massenheim verlängern lassen.

Die Einfädelspur am Abzweig nach Bad Homburg und Petterweil soll verlängert werden. Foto: Michael Schick

Das Wort „Stillstand“ weist Bürgermeister Guido Rahn (CDU) im Zusammenhang mit den Planungen für den B-3-Ausbau zurück. Als „abenteuerlich“ bezeichnet Erster Stadtrat Otmar Stein (CDU) den Vorwurf von SPD-Bürgermeisterkandidatin Susanne Kassold, dass die Planungen ruhten, seitdem die bürgerliche Koalition von CDU, Freien Wählern und FDP die relativ ortsnahe Umgehung Okarbens vor der Kommunalwahl 2011 abgelehnt habe. Genauso hatte sich aber kürzlich die SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel geäußert, die auch Mitglied des Verkehrsausschusses ist. „Ohne einen Beschluss der Karbener Stadtverordneten für einen Trassenverlauf passiert auf höherer Ebene rein gar nichts“, sagte die Sozialdemokratin bei einem Besuch in Karben.

Seit Jahrzehnten ist die Umfahrung ein viel diskutiertes Vorhaben. An der Frage, wie sie konkret verlaufen soll, scheiden sich jedoch die Geister. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Varianten: eine weite Umfahrung über das Heitzhöferbachtal und entlang des Waldrandes, eine enge Umfahrung des Wohngebietes Straßberg und einen Verlauf im Trassenkorridor der bestehenden Bundesstraße.

Auch ohne Trassenvorschlag

Die Meinungen, welche Variante die beste ist, gehen auseinander. Eine Bürgerinitiative von Anwohnern ist gegen die enge Umfahrung, die Naturschutzverbände gegen die weite, weil diese sehr stark in die Natur eingreife. Die in Karben regierende bürgerliche Koalition ist für die weite Umfahrung. Bis eine der drei Varianten in Angriff genommen wird, werden höchstwahrscheinlich noch viele Jahre vergehen. Wie viele, kann niemand genau sagen. Sicher ist, dass das Land Hessen das Projekt für den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015, der laut SPD-Frau Kömpel vor Ostern in die Endabstimmung gehen soll, abermals als „vordringlichen Bedarf“ angemeldet hat.

Damit der Bund – wann auch immer – die Planungen für die Umfahrung weiterführen kann, sei keine Entscheidung der Kärber Stadtverordneten für eine Variante notwendig. Dies will das Büro des Wetterauer CDU-Bundestagsabgeordneten Oswin Veith (CDU) vom Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba erfahren haben: Bei der Meldung für den BVWP bedürfe es keiner konkreten Trasse, sondern nur eines Korridors. Das sei so durch das Land Hessen erfolgt. Die Entscheidung des Ministeriums erfolge auf dieser Grundlage, heißt es aus Veiths Büro.

Angemeldet hat das Land Hessen auch den vierspurigen Ausbau der B 3 zwischen Bad Vilbel-Massenheim und Karben-Kloppenheim. Geschehen ist das laut Hessen Mobil schon im November 2013. Im Gegensatz zur Umgehung für Okarben hat das Land dieses Projekt jedoch erstmals für den BVWP nominiert. Auf eine zügige Realisierung kann man hier aber ebensowenig hoffen. Bürgermeister Rahn rechnet mit einer langen Wartezeit: „15 bis 20 Jahre, bis überhaupt etwas passiert.“ So lange aber will der Magistrat nicht warten. Um die Situation auf der Bundesstraße zu entspannen, sollen kleinere zügiger umsetzbare Maßnahmen Abhilfe schaffen. Zu diesem Zweck hat Hessen Mobil eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse laut der Verkehrsbehörde „voraussichtlich 2016“ vorliegen werden. Untersucht werde dabei, ob eine Ertüchtigung der Knotenpunkte beispielsweise durch eine Optimierung der Ampelschaltungen oder durch Umbau möglich sei.

Vierspurig bis Spitzacker

Vier neuralgische Punkte hat die Kärber Stadtverwaltung identifiziert. Um Staus zu verringern, solle die Einfädelspur von Dortelweil bis zur Ausfahrt nach Massenheim verlängert werden. Dafür wollen Rahn und dessen Vilbeler Amtskollege Thomas Stöhr (CDU) zusammen im Bundesverkehrsministerium vorsprechen. Länger werden soll laut Ekkehart Böing, der in der Kärber Stadtverwaltung für die Verkehrsplanung zuständig ist, auch die Einfädelspur nach dem B 3-Abzweig nach Bad Homburg und Petterweil.

Staus und stockenden Verkehr gibt es zudem am Abzweig der Kreisstraße 9 nach Petterweil in der Nähe des Berufsbildungswerks (BBW). Böings Lösung: Da die B 3 wohl in diesem Jahr zwischen Kloppenheim und dem künftigen Anschluss zur Nordumgehung vor dem BBW auf vier Spuren erweitert wird, könne sie doch gleich ein paar hundert Meter länger – bis zum Gewerbegebiet Spitzacker – vierspurig werden. Und schließlich müsse der Verkehrsfluss an der Kreuzung der B 3 in Okarben verbessert werden.

Alle vier Ideen ließen sich in den nächsten fünf Jahren umsetzen, schätzt Ekkehart Böing. Entlastung vom Verkehr kann die Stadt gut gebrauchen. Denn die Automassen werden nicht weniger. „Wir sind eine Wachstumsregion, Karben, Wöllstadt und Friedberg wachsen“, sagt Rahn. Das bedeutet auch: mehr Fahrzeuge.

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