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Hessentag in Bad Vilbel Mit Bahn und Fahrrad zum Hessentag

Bad Vilbel stellt ein vorläufiges Konzept zum Hessentag 2020 vor. Im Zentrum der Stadt sind Sperrungen von Straßen geplant.

Bad Vilbel
Prognose zum Hessentag: bis zu 7000 Bahnnutzer werden pro Stunde den Nord-Bahnhof frequentieren.Prognose: bis zu 7000 Bahnnutzer werden pro Stunde den Nord-Bahnhof frequentieren. Foto: Renate Hoyer

Wie die Stadt Bad Vilbel mit voraussichtlich gut einer Million Besucher binnen zehn Tagen umgeht, das war das Thema bei einer Bürgerversammlung am Dienstagabend. Vorgestellt wurde das Konzept zum Hessentag 2020. Bei den rund 200 Zuhörern stießen die Verkehrsführung und das Anliegerparken auf besonderes Interesse. Claus-Günther Kunzmann, Hessentag-Koordinator der Stadt, betonte, dass das Konzept vorläufig und keineswegs final sei. Er räumte zugleich ein: „Ein Hessentag stellt für eine Stadt immer einen Ausnahmezustand dar.“

Das wird etwa für den Individualverkehr zutreffen. Kunzmann erklärte, Schwerpunkt der Planung bildeten der ÖPNV und der Fahrradverkehr; für Letzteren soll eine gute Anbindung zum Hessentags-Gelände und zur Arena für die Großkonzerte geschaffen werden, dazu dezentrale Stellplätze nahe am Geschehen. Am Nord-Bahnhof werden zu Spitzenzeiten bis zu 7000 Besucher pro Stunde erwartet. Von dort kann über einen kurzen, autofreien Fußweg die Festmeile erreicht werden, die sich vom Kurpark bis zum Römerbrunnen nahe dem Dottenfelderhof erstreckt. Während des Hessentages könnte die S-Bahn jedoch am Süd-Bahnhof vorbeirauschen. Wegen des Ausbaus der Main-Weser-Strecke auf vier Gleise wird dort ein Brückenprovisorium aus Holz für Bahnnutzer stehen, das sich als Sicherheitsrisiko bei größeren Menschenmengen erweisen könnte. Die Bahn will die potenzielle Gefahr noch prüfen, so Kunzmann. Eine Zuhörerin fragte daraufhin, wie ihr Sohn denn nach Dortelweil in die Schule kommen solle. „Mit dem Fahrrad zum Nord-Bahnhof und dann mit der S-Bahn weiter“, lautete die Antwort. Kunzmann sah die Schülerverkehre in der Zeit des Hessentages unkritisch. Zum einen, weil in den zehn Tagen ein Feier- und ein Brückentag liegen, zum anderen weil „die öffentlichen Schulen mutmaßlich ihren Unterricht auf das Festgelände verlegen werden“.

Das Hessenfest wird innerörtliche Autofahrer und Pendler auf die Geduldsprobe stellen. Büdinger Straße, Frankfurter Straße sowie abschnittsweise Friedberger und Kasseler Straße werden für Fahrzeuge gesperrt sein. Das gilt auch für die Buslinien. Das Verkehrskonzept ist beim Hessentag-erfahrenen Büro Albert Speer + Partner (AP+P), Frankfurt, von der Stadt in Auftrag gegeben worden. Für den Individualverkehr werde es großräumige Umleitungen geben, so Verkehrsplaner Michael Dinter. Die drei Großparkplätze werden von außen angefahren. Der größte Stellplatz für 5300 Autos liegt neben der Hessentag-Arena für bis zu 20.000 Konzertbesucher.

Um Fremdparker aus der Kernstadt zu halten, werden voraussichtlich „Schutzzonen“ eingerichtet. Anlieger, die während des Hessentages mit dem Auto das Grundstück nicht verlassen können, sollen einen externen Parkplatz erhalten.

Der Hessentag steht auch für Stadtentwicklung, betonten Kunzmann und Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU). Das Land gibt eine Investitionshilfe in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Geld, das etwa für die Sanierung des Kurhauses, des Areals um die Wasserburg und zum Aufhübschen der Altstadt verwendet wird. Die Frankfurter Straße und die von ihr abgehenden Gassen zur Nidda sollen ein neues Flair erhalten. Zudem soll der Uferweg vis-à-vis zum Kurpark zur Radlerstrecke ausgebaut werden. Wer nicht mit dem Velo die Stadt erkundet, kann dies zu Fuß auf einem zwölf Kilometer langen Stadtwanderweg tun.

Kunzmann dämpfte jedoch in einem Punkt die Erwartungen der Besucher, nämlich dass alles in rund 550 Tagen bis zur Eröffnung des Hessentages geschafft sei.

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