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Hesselbachs Gedenktafel für den „Babba“

Zum 100. Geburtstag von Wolf Schmidt, dem Schöpfer der Familie Hesselbach, feiert Friedberg seinen berühmten Sohn: Eine Gedenktafel wird an Schmidts Geburtshaus angebracht.

22.02.2013 22:10
Bruno Rieb

Warum Wolf Schmidt kein Musiker geworden sei, obwohl er aus einer sehr musikalischen Familie stammt, das wisse er auch nicht. Aber eine Aversion gegen falsche Töne habe Schmidt verinnerlicht. Und die Öffentlichkeit habe er eher gemieden, berichtete Karl Andreas Mehling über seinen Onkel Wolf Schmidt, den Schöpfer der Familie Hesselbach. Schmidt hätte also zumindest ein zwiespältiges Verhältnis zu dem gehabt, was sich da am Mittwochabend vor seinem Geburtshaus Am Tauben Rain in Friedberg anlässlich seines 100. Geburtstags abspielte.

Eine Gedenktafel ziert seit jenem Abend das Haus. Mehling enthüllte sie gemeinsam mit Friedbergs Rathauschef Michael Keller (SPD). „In diesem Haus wurde Wolf Schmidt (19.2. 1912 – 17.1.1974) geboren, Autor, Filmemacher, Schauspieler und Schöpfer Familie Hesselbach“, steht darauf. „Familie Hesselbach“ ist ganz groß geschrieben.

Ohne die hessisch babbelnde Sippe wäre Schmidt etwa das, was Thomas Gottschalk ohne „Wetten das“ wäre. Die Hesselbachs waren ab 1949 im Radio zu hören, traten ab 1954 im Kino auf und waren ab 1960 im Fernsehen zu sehen. Autor Schmidt war als „Babba Hesselbach“ sein eigener Hauptdarsteller.

Unter den aus Friedberg stammenden Schriftstellern stehe Schmidt „ganz weit oben, weil er schon die neuen Medien Radio und Fernsehen“ genutzt habe, sagt Bürgermeister Keller.

Die Stadt feiert ihren berühmten Sohn auch gerne. Ein Platz in der Nähe seines Geburtshauses ist nach ihm benannt und in den 1980er Jahren wurde ein Hesselbach-Festival ausgetragen.

Nun hängt also die Gedenktafel an dem Haus, in dem Schmidt aufgewachsen ist und in dem er später vier Kinofilme drehte. Das Haus gehört heute Mehling. Der 57 Jahre alte Musiker hatte die Initiative ergriffen, den 100. Geburtstag seines Onkels zu feiern und die Tafel am Gebäude anzubringen. Die Stadt habe sich gleich beteiligt, sagt Mehling.

Wolf Schmidt hatte nach der Schulzeit die Heimat verlassen, studierte in Paris, war später Journalist in Berlin. Anfang der 50er Jahre kaufte er ein Haus in Hagnau am Bodensee. Für die Dreharbeiten zu seinem ersten Kinofilm kehrte er in sein Friedberger Geburtshaus zurück. Mit ganz wenig Geld realisierte er dort 1954 den Kinofilm „Die Familie Hesselbach“. Der Streifen wurde ein beachtlicher kommerzieller Erfolg. Kurz darauf drehte er seinen zweiten Kinofilm: „Die Familie Hesselbach macht Urlaub“ – in seinem Haus in Hagnau am Bodensee.

Zur posthumen Geburtstagsfeier, aus organisatorischen Gründen am Mittwoch einen Tag nach dem eigentlichen Geburtstag, waren Schmidts einstige Hesselbach-Schauspielerkollegen Gaby Reichardt, Dieter Schwanda und Dieter Henkel gekommen. Dazu Wolf Schmidts wirkliche Töchter Anja Vieweg und Susanne von Bergen sowie die Töchter von „Mamma Hesselbach“ Liesel Christ, Gisela Dahlem-Christ und Bärbel Christ-Hess. Ihre Mutter Liesel Christ hatte kurz vor ihrem Tode noch den Wolf-Schmidt-Platz in Friedberg eröffnet, berichtete Keller.

Zu seinem 100. Geburtstag hat der Medienkünstler Schmidt einen Auftritt in einem ganz neuen Medium bekommen: die Seite „www.babbahesselbach.de“ im Internet. Eine „ausgezeichnete Homepage“, schwärmt Keller.

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