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Greenox Friedberg Ein Klick zum Roastbeef

Ob Rind oder Lamm: Unter dem Namen „Greenox“ wird hochwertiges Fleisch aus der Wetterau über einen Internet-Shop verkauft.

Green-Ox in Friedberg
Arlena Homola und Jannick Scheibner mögen nicht nur Rinder, bei Ober-Mörlen haben sie eine eigene kleine Schafherde.

Nur eine artgerechte Haltung sorgt für glückliche Tiere und am Ende für Qualitätsfleisch. Davon sind Jannick Scheibner und Arlena Homola überzeugt. Das Paar hat aus dieser Überzeugung ein Geschäftsmodell entwickelt: Unter dem Namen „Greenox“ vertreiben die Jungunternehmer seit rund anderthalb Jahren hochwertiges Weidefleisch aus der Region über ein eigenes Internetportal. Vor allem Rindfleisch bieten sie an. Black Angus, Hereford, Charolais und Simmentaler heißen die bevorzugten Rassen. Aber auch Lamm, Schwein und Geflügel zählt zum Angebot der Bad Nauheimer.

Die Idee, sich mit einem Online-Fleischhandel selbstständig zu machen, reifte in Übersee. Vor und während des Studiums waren Scheibner und Homola unterwegs in der Welt. Zwei Monate verbrachten sie auf Farmen im australischen Outback, sie arbeiteten auf Ranches in der amerikanischen Prärie. Dort hätten sie verstanden, warum in Deutschland meist kein heimisches Rindfleisch auf den Speisekarten stehe, sagt der 26 Jahre alte Scheibner. Viel Platz, kein Mastfutter, sondern lediglich Gras und Heu seien wichtig für eine artgerechte Rinderzucht. In Staaten wie den USA und Argentinien komme außerdem viel häufiger Ochsenfleisch auf den Teller, also das von kastrierten männlichen Rindern. Das sei saftiger und aromatischer als Bullenfleisch, welches in Deutschland vorwiegend verarbeitet werde, erklärt der studierte Betriebswirt. Scheibner weiß, dass die geografischen Bedingungen für eine derart betriebene extensive Rinderzucht in Deutschland schwieriger sind. „Wir haben nicht so viel Platz.“

Sie hätten relativ schnell eine Marktlücke gesehen, sagt die 25-jährige Homola. „Wir waren überzeugt, dass wir das in Deutschland genauso gut hinbekommen.“ Um die halbe Welt fliegen lassen wollten sie das Fleisch aber nicht. „Auch hier gibt es Fleisch, das der Qualität des amerikanischen Prime Beefs, des argentinischen Rindfleischs oder des neuseeländischen Lammfleischs in nichts nachsteht“, sagt die ausgebildete Agrarwissenschaftlerin.

Das Fleisch von „Greenox“ kommt aus dem Vogelsberg, der Rhön, dem Taunus und der Wetterau – hauptsächlich von kleinen Familienbetrieben. Man arbeite hessenweit mit 15 Betrieben zusammen, sagt Scheibner. Auch Lammfleisch aus eigener Erzeugung bieten die beiden Unternehmer an. Bei Ober-Mörlen halten sie seit etwa zweieinhalb Jahren eine kleine Schafherde. Bevor das Fleisch an die Kunden geliefert wird, lassen Scheibner und Homola es von drei Metzgern zerlegen. Das erledigen die nebenberuflich in der Produktionshalle von „Greenox“, einem früheren Metzgerei-Anwesen in Reichelsheim. Von dort gehen die Bestellungen dann per Expressversand zu den Kunden. Kunden aus dem Wetteraukreis beliefern sie einmal in der Woche selbst gegen eine geringe Fahrtkostenpauschale. In ganz Deutschland sind es laut Scheibner mittlerweile mehr als 1000 Kunden.

Den Verkauf und das Unternehmen steuert das Paar von einem Büro in der Friedberger Innenstadt aus. Die Räume an der Kaiserstraße hat „Greenox“ vergangenen März bezogen. Dort bearbeiten sie nicht nur die Bestellungen, sondern versuchen auch, ihren Onlinehandel bekannter zu machen. Auf Facebook werben sie für eigene Produkte, schlagen Rezepte vor und kündigen Besuche in Supermärkten an.

Der Onlinehandel mit frischen Lebensmitteln sei immer mehr im Kommen, sagt Wiebke Franz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen. Er bringe aber auch Probleme mit sich. Zum einen könnten größere Mengen Verpackungsmüll anfallen, zum anderen könnten frische Produkte leicht an Qualität und Haltbarkeit verlieren, wenn sie nicht ausreichend gekühlt würden. Eine Untersuchung der Verbraucherzentralen war auf der Grundlage von 32 Testkäufen in Lebensmittel-Onlineshops Anfang des Jahres zu diesen Ergebnissen gekommen.

Eine Über-Nacht-Express-Lieferung, eine ökologische Versandbox und Kühlelemente verhinderten, dass es diese Probleme bei „Greenox“ gebe, versichert Scheibner. Die Polsterung ist aus Stroh, die Kühlmittel sind mit Wasser gefüllt und die Karton-pappe ist recycelbar. Höchstens 18 Stunden seien das Rumpsteak oder der Tafelspitz, das Lammfilet oder die Rostbratwurst unterwegs.

Und einige Neuheiten im Sortiment brauchen gar keine Kühlung mehr. Seit kurzem können Fleischliebhaber auch bequem getrocknete Rindfleischstreifen in kleinen Tütchen, Barbecue-Sauce oder fertig zubereitetes Chili con Carne vom Weiderind bei „Greenox“ bestellen.

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