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Friedberg Kunst ohne Kommerz

Der Kunstverein Friedberg wird 40 Jahre alt. Er ist aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Neben den Ausstellungen hat der Verein in den vergangenen Jahren die Kunstvermittlung stark ausgebaut.

Jahresgabenausstellung: „girl power“ von Kerstin Lichtblau... Foto: Kerstin Lichtblau

Es ist bald 40 Jahre her, dass sich der Kunstverein Friedberg gründete. Unter anderem Friedhelm Häring, der frühere Leiter des Oberhessischen Museums in Gießen, hatte sich für die Gründung eingesetzt. Die Mitglieder wählten ihn 1976 zu ihrem ersten Vorsitzenden. Ein Jahr später bezog der Verein nicht nur eigene Räume im Alten Rathaus an der Kaiserstraße. Auch die erste Ausstellung mit dem Titel „Konkrete – Konstruktive Kunst“ konnte er präsentieren. 1986 kam der Umzug in den Gebäudekomplex des Wetterau-Museums, in dem er bis heute zwei insgesamt 100 Quadratmeter große Ausstellungsräume hat. Aus dem kulturellen Leben in der Stadt ist er für viele nicht mehr wegzudenken. „In der Kunstszene werden seine Ausstellungen weit über den lokalen und regionalen Raum hinaus wahrgenommen“, schreibt der Verein auf der Homepage.

Das gilt bisweilen auch für die ausstellenden Künstler. Den Beweis tritt im Jubiläumsjahr das spanische Künstlerduo Democraciá an. Ihre Ausstellung „We protect you from yourselves“, die im April und Mai in den Räumen an der Haagstraße zu sehen sein wird, thematisiert die gesellschaftliche Rolle der Polizei.

Start am 20. Februar

Dem Verein geht es aber nicht nur um etablierte Kunst. Ebenso wolle man auch „ungesicherten Positionen ein Forum bieten“, sagt Joachim Albert. Damit meint der erste Vorsitzende des Kunstvereins solche Künstler, die den Lebensunterhalt (noch) nicht aus ihren Werken bestreiten. Jenseits von kommerziellen und marktorientierten Interessen biete man ein Aktionsfeld für künstlerische Ideen, das weder Galerien noch Museen bieten könnten.

Den Auftakt zum Jubiläumsjahr macht die Jahresgabenausstellung. Sie ist vom 20. Februar bis 6. März zu sehen. Gezeigt wird eine Auswahl von Künstlern, die in den vergangenen Jahren im Kunstverein zu Gast waren. „Kleinformatige Arbeiten“, erklärt Albert, die man für Beträge im zwei- bis dreistelligen Bereich erwerben könne.

Mit der Entwicklung des Vereins ist Albert, der zugleich künstlerischer Leiter ist, zufrieden. Die Besucherzahlen seien kontinuierlich gestiegen, sagt er. 2015 kamen knapp 2700 Besucher. Mit insgesamt sechs Ausstellungen habe es einen „abwechslungsreichen Querschnitt durch viele Genres zeitgenössischer Kunst, von Malerei über dokumentarische Fotografie bis hin zur Bildhauerei“ gegeben.

Neben den Ausstellungen hat der Verein in den vergangenen Jahren die Kunstvermittlung stark ausgebaut. Gezielt seien Schulen in Friedberg und Bad Nauheim angeschrieben worden, sagt Albert, von der fünften Klasse bis zur Oberstufe. Teilweise kämen auch Kita-Gruppen.

Die Vermittlung zeitgenössischer Kunst ist mittlerweile ein Schwerpunkt des Vereins. Gut zehn Schulklassen, schätzt der Vorsitzende, besuchten eine Ausstellung im Schnitt. Jungen Studierenden wiederum bietet der Verein die Möglichkeit, während des Studium praktische Erfahrungen im Ausstellungswesen zu sammeln. Für den Vorsitzenden Albert ist das eine wertvolle Unterstützung. Er und seine sechs Vorstandskollegen arbeiten alle ehrenamtlich für den Verein.

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