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Bad Vilbel Stadtparlament stimmt für Sporthaus

Der SV Fun-Ball in Bad Vilbel erhält einen Zuschuss von 800 000 Euro und einen Kommunalkredit, damit er sein Sporthaus im Quellenpark bauen kann.

Dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler in Bad Vilbel, Raimo Biere, blieb es am Dienstag verwehrt, seine Rede zum geplanten Sporthaus des SV Fun-Ball Dortelweil zu halten. Biere lehnt die gemeinsamen Pläne von Stadt und Sportverein ab. An der vorgesehenen Finanzierung des rund 2,4 Millionen teuren Hauses im Quellenpark lässt er kein gutes Haar. Doch Stadtverordnetenvorsteher Herbert Anders (CDU) erteilte Bieres Fraktionskollegen Martin Gecks das Wort und der verbrauchte die den Freien Wählern zustehende Redezeit fast vollständig. Biere konnte nur noch ein paar Sätze sagen. 

Das Brisante daran: Gecks, der Vorsitzender der Freien Wähler in Bad Vilbel ist, steht hinter dem Vorhaben und ist mit seinem Fraktionschef zerstritten. Seine Rede war langatmig und streifte die konkreten Argumente gegen die Pläne nur am Rande. Gecks zählte am Ende zu jenen Stadtverordneten, die den Plänen des SV Fun-Ball zustimmten.

Bei Enthaltung der SPD und Gegenstimmen von Biere und Daniela Kirstein-Biere (FW) fand das Vorhaben eine breite Mehrheit. Der SPD-Ergänzungsantrag, die Stadt solle angesichts ihrer großzügigen Förderung mit dem Verein vertraglich vereinbaren, dass auch andere Vereine die für Aerobic, Yoga, Gesundheitssport und Fitness vorgesehenen Räume nutzen können, fiel durch. 

„Die Halle wird auf einem städtischen Grundstück, mit einem erheblichen Anteil von städtischen Steuergeldern und einem günstigen Kommunalkredit finanziert“, hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Kühl zuvor noch einmal ausgeführt. Mit der künftigen Grundschule im Quellenpark und den beiden neuen Kindergärten kündigte der Verein indes jetzt schon an, kooperieren zu wollen. 

Die Stadt will dem Verein neben einem Zuschuss von 800 000 Euro auch ein kommunales Darlehen von 600 000 Euro mit einem Zinssatz von 1,54 Prozent und einer Laufzeit von 30 Jahren verschaffen. Zudem soll das Grundstück dem Verein in Erbbaupacht zum symbolischen Preis von jährlich einem Euro für 99 Jahre überlassen werden. Ein weiteres Drittel will der maßgeblich von den Stadtwerken getragene Verein zur Sport- und Kulturförderung beisteuern. Der Eigenanteil des SV Fun-Ball soll 150 000 Euro betragen. Auf einen Landeszuschuss in Höhe von 200 000 Euro verzichtet der Verein, nach Aussage des Vorsitzenden Stefan Kött, weil es für den SV zu viel Aufwand sei, die Gewerke einzeln auszuschreiben. 

„Das würde kein Verein tun“

Vor einem Jahr, als Pläne für ein Sporthaus publik wurden, ging der SV Fun-Ball Dortelweil noch von 500 000 Euro weniger aus. Die allgemeine Kostensteigerung am Baumarkt von sechs bis zehn Prozent sowie ein aktualisiertes, nicht mehr ganz so preisgünstiges Angebot für das Rohbau-Gewerk seien die Gründe für die gestiegenen Kosten. Was die geforderte Nutzung des Sporthauses durch andere Vereine betrifft, sagte Kött gestern, man schließe das nicht aus, wolle es aber nicht vertraglich vereinbaren. „Das würde kein Verein tun.“ Anfang 2019 werde der SV den Bauantrag einreichen.

Für den Fraktionschef der Freien Wähler, Biere, bleibt das Vorhaben unfair gegenüber den anderen Vilbeler Vereinen. Die SPD-Stadtverordnete Isil Yönter nutzte die Redezeit ihrer Fraktion und trug große Teile von Bieres Rede vor. Belegungsrechte für andere Vereine müssten bei einer so hohen Förderung schriftlich fixiert werden, sagte sie für Biere. Wenn andere Vereine nicht auf die Barrikaden gingen, liege es nur daran, „dass sie es sich mit der Stadt nicht verscherzen wollen“. 

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