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Bad Vilbel Rigardu engagiert sich im Ausland

Der Verein Rigardu will die Situation in Flüchtlingscamps verbessern. Er versorgt Hunderte Menschen mit Trinkwasser, Waschmöglichkeiten und Hilfsgütern.

Flüchtlingscamp Subotica
Hilfe für Flüchtlinge: Trinkwassertank im Camp Subotica. Foto: Verein Rigardu

Was als Freundeskreis mit privaten Treffen angefangen hat, ist mittlerweile ein Verein, der sich vor Ort im Ausland dafür einsetzt, die Situation der Menschen in den Flüchtlingscamps zu verbessern. Die Vorsitzende Lea Weber kommt aus Bad Vilbel und lebt mittlerweile in Jena. Die anderen Vereinsmitglieder kommen überwiegend aus Hessen, manche auch aus anderen Bundesländern. Weber ist 20 Jahre alt und studiert in Jena Politikwissenschaft.

Mittlerweile hat der Verein knapp vierzig Mitglieder, er trägt den Namen Rigardu. Das ist Esperanto und bedeutet laut Weber so viel wie „beachten und hinschauen“. Denn das tun die Helfer – derzeit schauen sie nach den Geflüchteten in einem Camp im serbischen Subotica nahe der ungarischen Grenze.

Die Bedingungen dort seien katastrophal, beklagt Weber. „Es gibt keine Unterkünfte, keine gesicherte Verpflegung, weder ärztliche Versorgung noch Trink- und Waschwasserversorgung.“ Rigardu habe die komplette Versorgung von Hunderten Menschen mit Trinkwasser, Waschmöglichkeiten, Handyladestation und Hilfsgütern übernommen. Dabei kooperierten sie mit zahlreichen anderen NGOs, die ebenfalls vor Ort seien, etwa den Ärzten ohne Grenzen. Zusammen mit ihnen arbeitet Rigardu an einem Konzept, drohenden Krankheiten wie beispielsweise der Krätze entgegenzuwirken.

Das Dusch- und Trinkwassersystem haben die ehrenamtlichen Helfer von Rigardu beispielsweise selbst ausgeklügelt und gebaut. Dazu wurde zuerst ein Lieferwagen mit einem 600-Liter-Wassertank benötigt. „Um 50 Menschen eine Dusche anzubieten, brauchen wir etwa 600 Liter Wasser“, heißt es in dem Blog auf der Vereinsseite.

Eine Wasserpumpe, ein Schlauch, ein Durchlauferhitzer – und das Nass kommt in den Duschzelten in einer Waldsenke an. „Wir wissen nicht, was die Polizei von unseren Duschen hält, deshalb ist es besser, wenn der Platz ein wenig versteckt ist“, heißt es weiter.

Mit wie vielen Leuten Rigardu jeweils vor Ort sei, sei von den persönlichen Ressourcen abhängig, berichtet Weber. Während der Semesterferien waren es beispielsweise bis zu 18 Personen, derzeit sind es lediglich fünf. Weber und ihre Vereinskollegen haben mittlerweile einen eigenen Lieferwagen, mit dem sie in die Camps fahren. Das Geld dafür kommt aus einem Crowdfunding-Projekt, für das auch weiterhin geworben wird.

Und Rigardu hat schon andere Camps im Blick. „In Zukunft werden wir vermutlich auch in Šid an der Grenze zu Kroatien aktiv sein und dort das bewährte Dusch- und Trinkwassersystem aufbauen“, kündigt Weber an.

 

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