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Bad Vilbel Günstiger Wohnraum für Flüchtlinge

Anerkannte Flüchtlinge finden kaum Wohnungen auf dem freien Markt. Die Stadt Bad Vilbel will deshalb zusätzliche Wohnungen bauen.

Keine Woche ist es her, dass der Flüchtlingshilfeverein in Bad Vilbel Alarm geschlagen hat, in der Quellenstadt fehle es an preisgünstigen Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge. An die 120 Menschen seien betroffen. Stadtsprecher Yannick Schwander äußerte, man suche schon nach Grundstücken, auf denen die Stadt weitere Wohnungen bauen kann.

Nach der Sommerpause will Stadtrat und Liegenschaftsdezernent Klaus Minkel (CDU) den Stadtverordneten nun bis zu vier Standorte in Bad Vilbel vorstellen, an denen das möglich wäre. Wo sie sich befinden, will die Stadt bis dahin nicht sagen. Im Rathaus rechnet man aber bereits mit Widerstand: „Die Stadt wird für ihr Handeln sicher Kritik bei einigen Wohnanliegern finden, die eine neue Nachbarschaft bekommen.“

Laut dem Stadtsprecher wird es sich um kleinere Wohnungen handeln, die nicht nur für Flüchtlinge gedacht sind, sondern auch für Alleinstehende, Paare und kleine Familien. „Überdurchschnittlich hohe Mieten“ werde es dort nicht geben. Denkbar seien abermals Miniappartements, wie sie das Unternehmen Luxhaus an der Homburger Straße baut. Von ihnen verspricht sich die Stadt bereits eine spürbare Entlastung.

Minkel betont, dass sich die Stadt dieser Aufgabe notgedrungen stellen müsse: „Diese Aufgabenstellung hat sich die Stadt gewiss nicht ausgesucht. Sie ist durch vielfältiges Versagen und Überforderung im Ausland und Inland verursacht worden.“

In Bad Vilbel leben 420 Flüchtlinge. Sie sind auf 19 Unterkünfte aufgeteilt. Nach Angaben der Stadt gibt es etwa 120 anerkannte Flüchtlinge, die bis auf wenige Ausnahmen noch in den Sammelunterkünften wohnen. Dabei hat jeder anerkannte Flüchtling das Recht, auf dem freien Markt eine Wohnung zu suchen. Laut der Vorsitzenden des Flüchtlingshilfevereins, Angelika Ungerer, ergeben sich so für längere Zeit unhaltbare Zustände. Sie kenne Familien, die müssten mit 16 oder 20 Quadratmeter zurechtkommen. „Auch Gemeinschaftsdusche und Gemeinschaftsküche – das möchte auf die Dauer kein Mensch.“

Mit einer Entspannung der Lage rechnet man im Rathaus nicht. Man habe es mit einem „fortdauernden Problem“ zu tun, sagt Stadtrat Minkel. In den ersten beiden Quartalen kamen noch jeweils 31 beziehungsweise 32 geflüchtete Menschen nach Bad Vilbel. Stadtsprecher Schwander ist pragmatisch: Anerkannte Flüchtlinge sollten auch außerhalb Bad Vilbels nach Wohnungen suchen. „Niemand hat das Recht auf eine Wohnung in Bad Vilbel.“

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