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Bad Vilbel Festspielwerkstätten auf die Wiese

Die Grünen kritisieren Pläne für Ansiedlung in Gemarkung Dortelweil und sehen überzogenen Flächenfraß.

Geht es nach dem Vilbeler Magistrat, dann werden in Dortelweil für die Burgfestspiele neue Theaterwerkstätten gebaut. Entstehen sollen sie nördlich der Theodor-Heuss-Straße in einem Bereich, der auch vom Baubetriebshof, der Gartenabteilung und den Stadtwerken genutzt wird. Dafür veranschlagt der Magistrat „mindestens zirka 3000 Quadratmeter“, heißt es in der Beschlussvorlage fürs Stadtparlament.

Der Planungs- und Bauausschuss beschäftigte sich bereits am Dienstag ohne Meinungsverschiedenheiten mit den Plänen. Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung.

Zentraler Aufführungsort der Burgfestspiele ist die Wasserburg. Doch für Proben, Lagerräume sowie Tischlerei, Schlosserei oder Schneiderei gibt es keinen zentralen Ort. Diese Räume sind über die Stadt verteilt. So auch in der denkmalgeschützten Zehntscheune, die deshalb „derzeit nicht der Wertigkeit entsprechend genutzt“ werden kann, so der Magistrat.

Nicht dass es zentrale Theaterwerkstätten geben soll, ruft die Bad Vilbeler Grünen auf den Plan, sondern zum einen die Art, wie der Plan bekannt gemacht wurde. Der Magistrat habe eine „einsame Entscheidung“ gefällt, moniert Clemens Breest, Mitglied des Planungsausschusses.

„Die Stadtverordneten erfuhren lediglich von diesem Projekt, weil der Magistrat landwirtschaftlich genutzte Flächen außerhalb des Siedlungsgebietes bebauen möchte.“ Die Entscheidung sei jedoch so bedeutend, dass die Stadtverordneten sie „nach fundierter Beratung treffen“ sollten. Ferner sei die Umwidmung von 1,4 Hektar Ackerfläche in Bauland nicht nur falsch, sondern völlig überzogen.

Kritik an Standort

Der geplante Werkstätten-Standort ist der zweite Kritikpunkt, den die Umweltpartei hat. „So lange wir innerhalb des Stadtgebietes Grundstücke haben, sollten diese für solch eine Einrichtung genutzt werden“, sagt Peter Paul. „Der folgenschwere Flächenfraß beim Ackerland muss gestoppt werden.“ Es sei ersichtlich, dass die Werkstätten lediglich der Vorwand seien, um noch weitere Naturflächen im Außenbereich „sich einzuverleiben“.

Breest forderte eigenen Angaben zufolge im Planungsausschuss eine Liste von Standorten, die der Magistrat in Erwägung gezogen hat. Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) habe zugesagt, diese Liste zur Verfügung zu stellen. Die Grünen wiesen auf das Grundstück im Gewerbegebiet Dortelweil-West hin, das bereits heute für die Burgfestspiele genutzt wird.

Das Gelände in Dortelweil, auf dem die Werkstätten entstehen sollen, ist im Regionalen Flächennutzungsplan noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Die Stadt müsste deshalb eine Änderung beantragen, die der geplanten Nutzung entspricht.

Laut Stadtsprecher Yannick Schwander wäre es „rein theoretisch“ möglich, die Werkstätten an einem anderen Ort zu bauen. Wegen verschiedener Faktoren wie der Umgebung, vorhandener Bebauungspläne und der Eigentumsverhältnisse auf den Alternativflächen könnte die Stadt sie dort jedoch nicht realisieren. pz/agr

Die Stadtverordneten tagen am Dienstag, 4. September, von 18 Uhr an im Kultur- und Sportforum Dortelweil,

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