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Bad Vilbel Europäische Schule Träume von Friede und Bananen

Die Schüler der Europäischen Schule in Bad Vilbel beschäftigen sich mit den Zeichnungen von syrischen Kindern, die durch Bürgerkrieg und Vertreibung traumatisiert sind.

Matthias Leibbrand von Vision Hope spricht mit Grundschülern der Europäischen Schule über Traumabildern. Foto: Monika Müller

Die Schüler der Europäischen Schule in Bad Vilbel beschäftigen sich mit den Zeichnungen von syrischen Kindern, die durch Bürgerkrieg und Vertreibung traumatisiert sind.

Osam lächelt auf dem Foto. Das Glück des Vierjährigen sind Bananen, die isst er gern. Sie bilden auf seinen Bildern deshalb auch das Hauptmotiv. Der Junge ist eines von 14 Kindern, deren sogenannte Traumabilder bis Dezember in der Europäischen Schule Rhein-Main in Dortelweil in einer Ausstellung hängen. Zeichnungen von Mädchen und Jungen, deren Familien wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat Syrien nach Jordanien in ein Lager geflohen sind.

Die Ausstellung der Hilfsorganisation Vision Hope wird von verschiedenen Aktionen begleitet. Eine davon ist „Lebenskompetenz“ bei Grundschülern zu fördern, wie Geschäftsführer Matthias Leibbrand der FR sagt.

Leibbrands Worte finden in der Runde mit Viertklässlern der Europäischen Schule hohe Aufmerksamkeit. Er erzählt über Krieg und Not und das Leid der Kinder. Mit einem wenige Minuten langen Film unterstreicht er seine Ausführungen zu Empathie und Hoffnung. „Hoffnungslosigkeit ist wie tot sein“, sagt er zu den Schülern.

In einem von Vision Hope gegründeten Kindergarten im jordanischen Mafraq werden laut Leibbrand Trauma-Kinder psychologisch behandelt. Etwa mit Maltherapien, in denen sie ihrer Erlebnisse wie Kriegshandlungen, Flucht und eine gewünschten Zukunft ausdrücken. Mit Letzterem sollen die syrischen Kinder neue Hoffnung aufbauen. Die Ausstellung dokumentiert diese Art der Traumabewältigung.

Dass das Projekt nach Dortelweil kam, ist Rebecca French zuzuschreiben. Sie ist Mutter einer Schülerin an der Schule und ehrenamtlich für Vision Hope tätig. „Ich erhoffe mir hier eine breite Unterstützung für die Flüchtlingskita“, sagt sie. Rund 100 Kinder werden dort betreut; zudem sollen 18 syrische Flüchtlingsfrauen dort eine Arbeit gefunden haben.

Die Schulleitung hat French bereits auf ihrer Seite. Traumabilder, in denen sich Kinder wie Osam vorstellen und eine Beschreibung der Motive geben, werden den Hintergrund für eine Spendenaktion am Tag der offenen Tür am 7. Dezember abgeben. „Speisen, selbstgebackene Plätzchen und anderes werden zugunsten der Kita verkauft“, sagt French. Gleiches geschehe an der Weihnachtsfeier.

Spielwarenspenden der Schüler sind eine andere Aktion. Diese Gaben sollen ebenfalls helfen, den Flüchtlingskindern ein wenig Hoffnung zu geben, sagt Leibbrand. Den Schülern in der Aula erklärt er dies damit, dass die syrischen Familien oft mit nichts als den Kleidern am Leib vor dem Krieg geflohen seien.

Weitere Schulen gesucht

Für Matthias Leibbrand ist es wichtig, dass seine Organisation an einer Privatschule tätig seien kann. „Kinder aus materiell gut gestellten Familien erfahren mit der Ausstellung, was Not bedeutet“, erläutert er. „Zudem sollen die Grundschüler mit den Bildern aus Mafraq angeregt werden, über ihr eigenes Trauma zu sprechen – das kann der Tod eines nahestehenden Menschen oder Tieres sein.“ Vision Hope kommt auf Einladung in alle Schulen, betont der Geschäftsführer.

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