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Bad Vilbel Eine Orangerie für das Kurhaus

Das Stadtparlament entscheidet sich beim Kurhaus-Umbau einstimmig für das Konzept des Architekturbüros Vielmo.

Bad Vilbel
Die Orangerie ermöglicht eine ?gute innere Verbindung? zwischen dem Kurhaus und der Stadthalle, findet die Kreisdenkmalpflege. Foto: Vielmo

Die Sanierung und Erweiterung des Kurhauses bedeuteten nicht weniger als die Vollendung der „Herzkur für unsere Stadt“. Mit diesen Worten hat Stadtrat und Liegenschaftsdezernent Klaus Minkel (CDU) die Bedeutung des Mammutprojekts im Zentrum der Quellenstadt am Dienstagabend auf den Punkt gebracht. Nach der heftig umstrittenen Umgestaltung der neuen Stadtmitte inklusive des Neubaus der Stadtbibliothek vor einigen Jahren waren sich Bad Vilbels Stadtverordnete diesmal relativ einig.

Einstimmig haben sie beschlossen, dass das 1927 und 1928 erbaute Gebäude nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Vielmo umgebaut und um eine Stadthalle erweitert werden soll. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) sprach von einer „wegweisenden Entscheidung“. Die Stadt Bad Vilbel hatte in einer europaweiten Ausschreibung nach einem geeigneten Architektenkonzept gesucht.

Die Stadthalle soll nördlich im rechten Winkel zum denkmalgeschützten Kurhaus stehen und mit diesem durch eine gläserne Orangerie verbunden werden. Was die Größe der Stadthalle betrifft, so gaben die Kommunalpolitiker der Variante mit rund 1000 Sitzplätzen den Vorzug vor einer um 300 Plätze kleineren Halle. 25 Millionen Euro wird der Umbau und die Erweiterung nach den Vielmo-Plänen die Stadt nach ersten Schätzungen kosten. Die Investition will die Stadt stemmen, ohne auf Fremdkapital zurückzugreifen.

Weitere etwa zehn Millionen fallen für den Bau einer Tiefgarage an. Dieses Geld wollen jedoch die Stadtwerke aufbringen. Als Betreiber der Veranstaltungshalle hat sich das Offenbacher Unternehmen Spaces mgt, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Kärber Eventdienstleisters Satis & Fy, angeboten.

Eine Mehrheit bekamen am Dienstag auch einige Anträge der Grünen. So verpflichtete das Parlament auf ihren Vorschlag hin den Magistrat, zwei Mal im Jahr über den Stand der Baukosten zu berichten und den Behindertenbeauftragten der Stadt „frühzeitig und fortlaufend“ in die Planungen einzubeziehen. Außerdem konnte die Ökopartei erreichen, dass zusätzliche Fahrradständer an der künftigen Stadthalle aufgestellt werden.

Grüne gegen Tagungshotel

Die Partei setzte einen Kontrapunkt in der Stadtverordnetenversammlung. Als einzige stimmte sie gegen das Hotel, das der Investor E+P Real Estate Management aus Rüsselsheim gemeinsam mit der Dorint-Gruppe auf dem Kurhausareal bauen will. Die Stadt will eine rund 3850 Quadratmeter große Fläche zwischen Hallenbad und Kasseler Straße für 3,1 Millionen Euro an E+P verkaufen. Dort soll laut E+P-Geschäftsführer Stephan Schildge ein Dorint-Hotel mit drei oder vier Sternen und etwa 180 Zimmern entstehen.

Es brauche kein Tagungshotel, um die Stadthalle wirtschaftlich betreiben zu können, sagte Grünen-Chef Clemens Breest. Auch den Flächenverbrauch kritisiert er: „Statt mehr Grünfläche, wie es ursprünglich in der Vorlage für den Aufstellungsbeschluss hieß, wird es weitaus weniger Grün geben.“ Was sich im Schatten des Hotels und der Stadthalle finden werde, habe allenfalls den „Charme eines Hinterhofs“. Eine Sprecherin von Satis & Fy, zu dem der mögliche Stadthallenbetreiber Spaces mgt gehört, sieht das anders: Man halte ein Hotel für „absolut notwendig“. Dadurch könne man die Stadthalle viel besser auf dem Markt platzieren. Nicht zuletzt führe ein Hotel zu einer besseren Auslastung. Ähnlich hatte sich bereits der CDU-Stadtverordnete Tobias Utter am Dienstag im Parlament geäußert.

Ob die Stadthalle und das Hotel bis zu einem möglichen Hessentag 2020 in Bad Vilbel fertig sein werden, lässt sich nicht sagen. Der Zeitplan ist ausgesprochen ehrgeizig, wie Utter feststellte. „Wir können den Hessentag auch durchführen ohne die neue Halle.“

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