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Bad Vilbel Eine Frau, zwei Namen

Die Bad Vilbelerin Ivonne Keller hat mit ihren Büchern viel Erfolg bei den Lesern. Sie schreibt nicht nur Psychodramen, sondern unter einem Pseudonym auch Liebesgeschichten.

Die Bad Vilbeler Autorin Ivonne Keller schreibt auch unter dem Pseudonym Alice Golding. Foto: Michael Schick

Ivonne Keller hat geschafft, wovon viele träumen, die in ihrer Freizeit Romane schreiben: Sie ist seit Herbst Autorin des renommierten Münchener Verlags Droemer Knaur. Auf der Buchmesse wurde sie an einem Abend zusammen mit den Autoren Tanja Kinkel, Sebastian Fitzek und anderen der Presse vorgestellt.

Nachdem ihr erstes Buch „Hirngespenster“ im September als Taschenbuch in einer Auflage von 9000 Exemplaren erschienen ist, ist bereits ein weiteres in Vorbereitung. Auch „Lügentanz“, das im Dezember als E-Book auf den Markt kommt und 2015 als Taschenbuch erscheint, ist wieder ein Text, der zum Genre des Psychodramas gehört.

Doch damit nicht genug. Weil Keller auch gerne lustig schreibt und sich ausprobieren will, hat sie außerdem ein erstes Buch im Selfpublishing bei Amazon herausgegeben. Unter dem Pseudonym Alice Golding hat sie in Eigenregie dort den Roman „Gesucht: Traummann mit Ente“ veröffentlicht. Zentrales Thema des Romans ist die Geschichte einer Frau auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Verwoben ist diese Suche mit den Unsicherheiten der Protagonistin, die sich vorgenommen hat, einen Roman zu schreiben. „Ich möchte Projekte, die ich beim Verlag derzeit nicht unterbringen kann, nicht in der Schublade versauern lassen“, sagt Keller.

In Kontakt mit den Lesern

Für das eigenständige Veröffentlichen hat sie viele Arbeiten selbst organisiert, die auf dem klassischen Publikationsweg der Verlag übernimmt: Jemand musste das Buch professionell lektorieren, sie musste das Layout in Auftrag geben, eine Grafik dafür kaufen und das Buch setzen lassen. Wenn jetzt jemand das Taschenbuch bestellt, wird es gedruckt. Um die Kosten reinzuholen, muss sie mindestens 150 Exemplare verkaufen. Ein schwieriges Unterfangen. Weit besser läuft es online. Seit der Roman erschienen ist, haben ihn bereits 970 Leser heruntergeladen. „Self-Publishing läuft über E-Books“, sagt sie. Auch das Marketing, um das sich beim Verlag die Profis kümmern, muss sie selber organisieren. Dazu hält sie Kontakt mit Bloggern und ist über Facebook mit ihren Lesern in Kontakt.

Doch das alles kostet Zeit. Weil es Keller so viel Spaß macht, wird sie sich diese demnächst einräumen. Von Januar an wird sie sich überwiegend dem Schreiben widmen. „Um diese Bücher zu schreiben, möchte ich auch tagsüber Zeit haben“, sagt die Mutter von drei Söhnen im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau.

Bisher nämlich hat sie dies meist abends und auf dem Weg zur Arbeit getan. Doch darunter habe zuletzt auch ihr Privatleben gelitten. Die Zeit am Abend hat ihr für Familie und Freunde gefehlt. „Ich möchte mal erfahren wie es ist, schreiben zu müssen“, sagt sie. Und springt ins kalte Wasser. Ein „Experiment“ sei das, sagt sie frohen Mutes und mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Hybridautorin“ nennt sich Keller und betont, dass sie keinen Widerspruch darin sehe, einerseits für einen Verlag zu schreiben, andererseits aber über den bei vielen Verlagsleuten kritisch gesehenen Online-Händler zu verkaufen. „Das sind völlig andere Zielgruppen“, sagt sie. Auch für den Verlag hat sie bereits das nächste Werk im Kopf.

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