Lade Inhalte...

Bad Vilbel „Der Fahrrad-Club bietet keine Lösungsansätze“

Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) weist die Kritik des ADFC an den Verkehrsprognosen der Stadt zurück.

Sebastian Wysocki
Der Bad Vilbeler Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU). Foto: CDU Wetterau

Verkehrter Verkehr in Bad Vilbel – Perspektiv- und Strategiewechsel erforderlich“ – so betitelte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club seine Stellungnahme zur Verkehrspolitik der Stadt im Oktober 2017. Sie arbeite mit falschen Prognosen und naiven Zielvorstellungen, so der ADFC. Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) sieht das anders.

Herr Wysocki, der ADFC hat in einem 31-seitigen Bericht die Verkehrspolitik der Stadt infrage gestellt. Eine Hauptkritik lautet, Ihre Verkehrsprognosen berücksichtigten nicht die aktuellen Entwicklungen in der Stadt. Sind die Daten veraltet?
Die Zahlen sind so alt wie die entsprechenden Gutachten, in denen sie erwähnt werden. In den vergangenen Jahren ist an der Verkehrsinfrastruktur viel gebaut worden, und auch momentan haben wir auf der Homburger Straße eine Großbaustelle. Es hatte daher wenig Sinn, die vorhandenen Daten für die vom ADFC angesprochenen Bebauungspläne durch neue Zählungen zu aktualisieren, etwa auf der Homburger Straße.

Was wäre daran so schlimm gewesen?
Wir hätten durch die vielen Baustellen, auch im Umfeld von Bad Vilbel, ein verfälschtes Bild erhalten. Das gilt auch für Zählungen auf der stark belasteten Nordumgehung. Mit der jüngsten Änderung des Bebauungsplans Krebsschere haben wir eine Zählung an der Nordumgehung und der Homburger Straße in Auftrag gegeben, die wir im März durchführen werden. Hier wollen wir aktuelle Daten sammeln. Allerdings wäre es auch dort besser, noch zu warten, bis die Kreisstraße von Karben nach Heldenbergen wieder geöffnet ist. Das dauert uns aber zu lange.

Das Spaßbad mit mehr als einer Million Besuchern im Jahr, die auf überörtliche Nutzung dimensionierte Stadthalle samt Hotel und der „Quellenpark“, wo bis zu 3500 Menschen leben und mehrere Tausend arbeiten sollen, all das soll laut ADFC nur unzureichend oder gar nicht in die Prognosen eingeflossen sein. Eine berechtigte Kritik?
Das stimmt so nicht. Natürlich werden das Bad und der Quellenpark mehr Verkehr bringen. Die Wirklichkeit wird aber anders aussehen, als es der ADFC-Bericht darstellt. Das Gros der Besucher des Kombibades wird nicht zur morgendlichen Hauptverkehrszeit anfahren. Gleiches gilt für den Betrieb in der künftigen Stadthalle.

Aber der Quellenpark wird den ganzen Tag lang für erheblich mehr Verkehr sorgen ...
Der Quellenpark liegt fußläufig zum Nordbahnhof. Wir gehen davon aus, dass viele Menschen, die dort wohnen oder arbeiten, diese Option nutzen werden. Mit dem neuen Radverkehrskonzept wird die Nutzung des Fahrrads attraktiver gemacht. Eine weitere Entlastung werden der Ausbau der Main-Weser-Bahn und damit die bessere Verbindung mit der S6 bewirken.

Hätte die Stadt zu den nun bevorstehenden Projekten den Verkehrsmagneten Segmüller noch verkraften können?
Segmüller ist noch nicht vom Tisch! Hier wird es zu gegebener Zeit entsprechende Mitteilungen geben.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum