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Bad Vilbel Burgfestspiele ziehen Zwischenbilanz

Die Burgfestspiele weisen eine etwas schlechtere Zwischenbilanz als 2016 aus. „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ ist bereits ausverkauft.

Burgfestspiele
Gruppenfoto zum Saisonauftakt: Die Burgfestspiele hoffen auf viel Zuspruch vom Publikum. Foto: Monika Müller

Nein, eine Spitzensaison wie 2016 wird es in diesem Jahr bei den Burgfestspielen nicht geben, stand gestern für Intendant Claus-Günther Kunzmann bei der Verkündung der Zwischenbilanz fest. Das Programm aus elf Stücken von Mai bis September konkurriere mit dem Freibad und dem frühen Ferienbeginn, erklärte er. Zupass kam den Festspielen immerhin, dass die bundesdeutschen Kicker sehr früh bei der WM in Russland ausschieden. Allerdings klagt Kunzmann auf hohem Niveau. Die Marke von 100 000 Besuchern wird voraussichtlich nicht unterschritten. „Die Zuschauerzahl wird zwischen der von 2015 (103 000) und 2016 (107 000) liegen.“ Aktuell sind rund 93 500 Karten verkauft worden, 2500 mehr als 2015 – die Spielzeit dauert noch knapp sechs Wochen. Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) trägt ob des Saisonverlaufs keine Sorgenfalten auf der Stirn. Nicht zuletzt, weil es vermutlich beim budgetieren Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro bleiben kann.

Hinsichtlich der Verkaufsquote ist die Komödie „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ der Publikumsrenner. Laut Kunzmann sind alle Vorstellungen ausverkauft. Ob der Erfolg im nächsten Jahr zu einer Neuauflage des Stücks nach dem Roman von Jan Weiler führt, ließ Kunzmann offen. Das hänge von den Aufführungsrechten ab und davon, dass zumindest die Hauptakteure wieder verpflichtet werden können.

Die anderen Inszenierungen liegen zwischen 70 und gut 90 Prozent Auslastung. Weit unter dieser Marke liegt die Kinderoper „Hänsel & Gretel“. Der eine oder andere betrachte die Oper doch eher als Winterstück, analysierte Kunzmannn. Mit ebenfalls 50 Prozent Auslastung liegt bei den Abendaufführungen „Die Nibelungen“. Laut Einschätzung des Intendanten, eine wohl doch zu schwere Kulturkost im Hochsommer. Die Stücke im Burgkeller, der zweiten Bühne der Festspiele, verkaufen sich ebenfalls zufriedenstellend. Lediglich „Anne Frank“ trübt den Gesamteindruck – laut Kunzmann überraschend. In den Vorjahren waren nämlich nahezu alle Vorstellungen ausverkauft, heißt es.

Laut Stöhr und Kunzmann habe sich in dieser Saison als positiv gezeigt, dass beizeiten in die Infrastruktur investiert worden sei. Hierzu zähle nicht allein der Wetterschutz über einen großen Teil der Zuschauerränge und der Gastronomie, sondern das letztere auch in den Burgpark hinein erweitert worden sei. Besonders Besuchergruppen schätzten die Verbindung von Essen und Kulturangebot, so Stöhr.

Nach Ende der Saison soll in diesem Jahr der letzte Makel der Spielstätte aus dem 14. Jahrhundert grundlegend behoben werden, der Zustand des Burggrabens. Darin kreist schlammfarbenes Nidda-Wasser. Bei hochsommerlichen Temperaturen ist es ein müffelnder Tümpel. Zusätzliche Ventilationstechnik hat 2018 die Situation etwas entschärft, so dass wenige bis keine Fische mehr bäuchlings oder panisch atmend an der Wasseroberfläche treiben. Die einstmals mit Bäumen bewachsenen Böschungen sollen befestigt und der Graben entschlammt werden, sagt Kunzmann. Mit der Denkmalbehörde habe es hierzu schon Gespräche gegeben. Der Graben ist ein Kunstgebilde der 1960er Jahre, heißt es. Die Feste war ursprünglich von einem Wall und einem Sumpf umgeben, den 1895 ein Arzt in der Stadt zuschütten ließ, weil er dort einen Seuchenherd vermutete.

 

Informationen zum Spielplan und Vorverkauf: Telefon 06101 / 559 455 oder www.kultur-bad-vilbel.de.

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