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Bad Nauheim Bad Nauheimer Therme in Schweizer Hand

Das Schweizer Unternehmen Kannewischer soll die Betriebsführung der Bad Nauheimer Therme übernehmen.

Stadtentwicklung in Bad Nauheim
Die Therme in Bad Nauheim. (Archivbild) Foto: Rolf Oeser

Das Schweizer Unternehmen Kannewischer soll die Betriebsführung in der künftigen Therme in Bad Nauheim übernehmen. Das 1972 gegründete Familienunternehmen setzte sich nach einer EU-weiten Ausschreibung mit seinem Angebot gegen vier Mitbewerber durch. Es betreibt bereits Thermalbäder in Baden-Baden, Bad Ems, Bad Kissingen, Burg und Bad Salzuflen. Zuletzt eröffnete Kannewischer 2012 die Emser Therme in Bad Ems. Wer die unterlegenen Mitbewerber gewesen sind, wollte Bad Nauheims Bürgermeister Klaus Kreß (parteilos) am Mittwoch aus Datenschutzgründen nicht sagen. 

Die Wetterauer Kurstadt will auf dem Grundstück der alten Therme, die bis Mai 2019 abgerissen sein soll, einen Neubau errichten. Dieser soll mit dem Sprudelhof verbunden werden. Im Badehaus II des denkmalgeschützten Jugendstilensembles will die Stadt eine Saunalandschaft unterbringen. Überdies ist ein Hotel mit mindestens 100 Zimmern vorgesehen. Das künftige Thermalbad ist Teil eines umfassenden städtebaulichen Konzepts für das Sprudelhof-Areal, das der Bad Nauheimer Architekt Johannes Peter Hölzinger entwickelt und gemeinsam mit der Stadt im Herbst 2017 vorgestellt hat.

 Die Entscheidung für die Kannewischer Management AG sei im Magistrat einstimmig gewesen, so Kreß. Zuvor hatte ein Gremium, dem Kreß selbst, Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos), die Fachbereichsleiter Jürgen Patscha und Steffen Schneider sowie der Leiter des Fachdienstes Stadtentwicklung, Matthias Mroncz, angehörten, die Angebote gesichtet und bewertet. Entscheidend waren das Konzept für Marketing und die kaufmännische Betriebsführung einerseits, für die technische Betriebsführung und Baubegleitung andererseits. Es zählten zudem die Qualifikation des vorgesehenen Projektleiters sowie das Honorar der Betriebsführung. Einzelheiten will Bürgermeister Kreß in der nächsten gemeinsamen Sitzung von Haupt- und Finanzausschuss sowie Bau- und Planungsausschuss im November vorstellen. 

Die von Stefan Kannewischer geführte Kannewischer Management AG zählt ebenso zur Holding der Familie wie die Ingenieurgesellschaft mit Sitz in Baden-Baden. Diese wird von Bruder Jürgen Kannewischer geleitet Sie ist im Rahmen der ebenfalls vergebenen Generalplanung der neuen Therme für die technische Gebäudeausrüstung zuständig. Den Zuschlag für die Generalplanung erhielt das weit über die Wetterau hinaus bekannte Friedberger Architekturbüro Frielinghaus. Es hinterließ bei der Verwaltungsspitze in der 32 000 Einwohner zählenden Nachbarstadt den besten Eindruck. Punkte gab es für die Personal-, Termin- und Kosten-Planung, die Qualität der Planung sowie das Honorarangebot und die Art des Vortrags. Mitarbeiter der Stadtverwaltung stellten die Vergabeverfahren am Dienstagabend in Ausschuss vor.

Zum Ärger der Bad Nauheimer Thermalbad-Fans wurde in der Sitzung zudem eine Änderung im Zeitplan bekannt. So ist nun von einem voraussichtlichen Eröffnungstermin Ende 2021 die Rede. Ging man im Rathaus zu Beginn der Planungen vor fast einem Jahr von Anfang 2021 aus, sprach Kreß gegenüber der FR im Juni nur noch von einer Eröffnung „im Laufe des Jahres 2021“. Nun verschlechtert sich die Prognose also abermals. Ungefähr zur selben Zeit soll dann auch das Hotel eröffnen, für dessen Bau und Betrieb es laut dem Bürgermeister schon mehrere Interessenten gibt. Die ebenfalls zu den Sprudelhof-Plänen zählende umstrittene Wohnbebauung entlang der Ludwigstraße würde als letztes verwirklicht. 

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