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Stadtmuseum Wiesbaden Stararchitekt soll Stadtmuseum bauen

Die Projektentwicklungsgesellschaft OFB bietet der Stadt Wiesbaden an, die Räume neben der Commerzbank an der Wilhelmstraße für maximal zwei Millionen Euro pro Jahr zu mieten. Helmut Jahn, der schon den Frankfurter Messeturm gebaut hat, soll das Gebäude errichten.

Ein riesiger Bildschirm soll Bilder und Texte nach außen präsentieren. Foto: OFB/Jahn

Als die Stadt Wiesbaden vor knapp einem Jahr das Grundstück neben der Commerzbank an der Wilhelmstraße an die Projektentwicklungsgesellschaft OFB verkaufte, trat sie auch sämtlichen Handlungsspielraum gleich mit ab. Lange wurde gebangt, ob die OFB dort ein Gebäude für das Stadtmuseum bauen würde. Jetzt hat die Gesellschaft der Stadt ein Angebot unterbreitet. Für maximal zwei Millionen Euro pro Jahr könnte die Stadt die Räume mieten. Der Vertrag soll über 29 Jahre laufen.

Während einer Pressekonferenz wurden die Pläne für das Projekt präsentiert, für das die OFB den Stararchitekten Helmut Jahn gewonnen hat. Der Deutsch-Amerikaner plant ein zweigeschossiges Gebäude aus Beton, Glas und Stahl.

Über den Baukörper, der nicht bis zur Grundstücksgrenze an der "Rue" gehen wird, ragt ein großer Bildschirm, auf dem Texte und Bilder präsentiert werden sollen. Unter dieser Überdachung soll ein Stadtplatz entstehen. "Ein Platz, wo man sich trifft", sagte Jahn.

Seine Idee ist es, ein Gebäude zu schaffen, in dem nicht nur Kunst ausgestellt wird, sondern das selbst zum Kunstwerk werden soll. Das Gebäude soll zum Teil unterkellert sein und fünf Ausstellungsflächen bieten. Im Erdgeschoss sind auch ein Café und Büroräume geplant, die Eingangshalle könne beispielsweise auch für Konzerte genutzt werden.

Planungen seit mehr als zehn Jahren

Während Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) deutlich machten, wie angetan sie von den Plänen des "Architekten der Ersten Liga" (Scholz) sind, wurde jedoch auch klar, dass die Stadt ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht hat. Fragen zu der Finanzierung wurden nur teilweise oder überhaupt nicht beantwortet. Die Frage, wie die zusätzlichen zwei Millionen Euro pro Jahr im Haushalt abgebildet werden sollen, beantwortete Scholz schwammig. Man werde darüber bei den Haushaltsberatungen reden.

Im Dezember 2012 hatten die Stadtverordneten einen Kostenrahmen von 20 bis 24 Millionen Euro für den Bau eines Stadtmuseums beschlossen. Damals war man jedoch noch davon ausgegangen, selbst zu bauen, sprich in den Folgejahren auch für die Instandhaltungskosten etcetera zuständig zu sein. So wäre zu den 20 bis 24 Millionen noch Summe X gekommen. In welchem Verhältnis dazu die zwei Millionen Euro stehen, die OFB von der Stadt verlangt, muss nun die Kämmerei prüfen.

Dass das Vorhaben doch noch scheitern könnte, davon geht der Vorsitzende der SPD-Rathaus-Fraktion, Christoph Manjura, nicht aus. Er verstehe zwar nicht, weshalb noch immer Fragen in der Finanzierung offen seien, kritisierte er gegenüber der FR. Aber er gehe davon aus, dass die vorgelegten Zahlen plausibel nachzuvollziehen seien, sodass er sie auch den Wiesbadenern erklären könne. Aber das müsse in Ruhe überprüft werden.

Auf die Wochen oder Monate kommt es bei der Realisierung des Museums, das laut OFB Ende 2016 eröffnet werden könnte, nun wahrlich nicht mehr an. Seit mehr als zehn Jahren gibt es Planungen für ein Stadtmuseum, die 2007 von der Politik verworfen worden waren – trotz eines bereits realisierten Architektenwettbewerbs. Das Vorhaben sei einfach zu teuer gewesen, erläuterte Scholz. Rund 29 Millionen Euro seien vorgesehen gewesen.

Klar wurde gestern der Pressekonferenz vor allem eines: Nimmt die Stadt das Angebot der OFB nicht an, wird sie sich von einem Stadtmuseum an der Rue verabschieden müssen. Auf dem Gelände seien auch andere Realisierungsmöglichkeiten denkbar, sagte ein OFB-Sprecher.

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