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SPD-Landeskandidaten Junger Kandidat für den Landtag

Die SPD-Mitglieder wählen den 32-jährigen Sebastian Maier, Thomas Straub (52) unterliegt mit nur zwei Stimmen.

Sebastian Maier (32) hat Jura studiert und ist in Maintal Chef von Partei und Fraktion. Foto: Sascha Rheker

Überraschung bei der Wahl des SPD-Landtagskandidaten für Hanau, Maintal, Erlensee und Großkrotzenburg: Bei der Landtagswahl in diesem Jahr wird Sebastian Maier aus Hochstadt für den Wahlkreis 41 antreten. Der 32-jährige Maintaler Partei- und Fraktionschef setzte sich am Samstag bei der Wahlkreiskonferenz in der Hanauer Sandelmühle mit 103 zu 101 Stimmen knapp gegen Thomas Straub (52), den Vorsitzenden des Stadtverbands Hanau, durch. Der sonst so redegewandte Maier rang nach Worten: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Das muss ich erst verarbeiten, da sind so viele Emotionen, damit habe ich nicht gerechnet.“

Hohe Wahlbeteiligung

210 Sozialdemokraten, mehr als ein Fünftel aller Mitglieder aus dem Wahlkreis, waren gekommen – eine Rekordbeteiligung. Erstmals waren alle volljährigen Genossen und nicht wie sonst nur Delegierte zur Wahl des Landtagskandidaten aufgerufen. Thomas Straub galt als Vertreter der starken Hanauer SPD als Favorit; entsprechend betroffen bis geschockt waren dort die Gesichter im ersten Moment. Der Chemiker, der beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Main-Kinzig-Kreises beschäftigt und seit 34 Jahren SPD-Mitglied ist, hatte prominente Fürsprecher: Der frühere Hanauer Oberbürgermeister Hans Martin lobte Straub als Genossen mit „Seele“, der amtierende Rathauschef Claus Kaminsky hob sein „herausragendes Ergebnis“ bei der Kommunalwahl 2011 „quer durch die Stadt“ hervor.

Für Sebastian Maier, der als Pressesprecher des hessischen Hotel- und Gaststättenverbands arbeitet, sprach der frühere Maintaler Bürgermeister Walter Unger. Dem jungen Partei- und Fraktionschef sei es gelungen, „aus der heterogenen Truppe einen schlagkräftigen Ortsverein zu machen“. Maiers ehemaliger Lehrer Udo Hefele lobte den studierten Juristen als „klugen Kopf“.

Für Thomas Straub ist damit der zweite Anlauf gescheitert, in den hessischen Landtag zu kommen. 2009 war er zwar Kandidat, musste aber im damaligen Abwärtssog der SPD eine herbe Niederlage hinnehmen. Auch wenn ihm am Samstag die Enttäuschung anzusehen war, steht er als stellvertretender Landtagswahlkandidat zur Verfügung.

Eloquenter Redner

In seiner Vorstellungsrede skizzierte Straub auf die ihm eigene bedächtige, auch etwas spröde wirkende Art inhaltliche Eckpunkte, für die er sich im Falle seiner Wahl im Landtag einsetzen wolle: für weniger Fluglärm etwa, eine sozialere Verteilung der Kosten der Energiewende oder für längeres gemeinsames Lernen in einer sechsjährigen Mittelstufe.

Sebastian Maier präsentierte sich als als eloquenter Redner und thematisierte eher seinen persönlichen Stil als politische Inhalte. Er bezeichnete sich als „junge Alternative zum eingefahrenen Politikstil“ und kündigte „unkonventionelles“ Arbeiten ohne parteiliche „Scheuklappen“ am. „Ich werde weder vorgefertigte Meinungen vertreten noch alte Feindschaften pflegen.“ Im Landtag will Maier sich etwa darum kümmern, „dass die Kommunen in ihren Rechten gestärkt werden“, auch die Bürger sollen mehr mitreden dürfen.

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