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Rüsselsheim Aufregung um Köbel-Studie

Die öffentliche Präsentation einer Studie zur NS-Vergangenheit des früheren Rüsselsheimer Bürgermeisters Walter Köbel (SPD) ist abgesagt. OB Patrick Burghardt (CDU) habe die Entscheidung willkürlich getroffen und zudem seine Amtskompetenz überschritten, kritisieren die Grünen.

14.01.2013 22:09

Die für Mittwoch, 16. Januar, angekündigte Präsentation einer Studie zur NS-Vergangenheit des früheren Rüsselsheimer Bürgermeisters Walter Köbel (SPD) ist abgesagt worden. Die Ergebnisse müssten zunächst dem Magistrat vorgestellt werden, lautet die Begründung von Seiten der Stadt.

Die Rüsselsheimer Grünen zeigen sich nun empört über diese Entscheidung. Sie sei ohne das Wissen des zuständigen Bürgermeisters Dennis Grieser (Grüne) getroffen worden. „Es gibt keinen Grund, die Studie zurück zu halten. Im Gegenteil: Eine Rücknahme würde die Vermutung nähren, dass Erkenntnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen“, rügt der Grünen-Vorstandssprecher Jo Dreiseitel das Vorgehen.

Mitgliedschaft in der NSDAP

Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) habe die Entscheidung willkürlich getroffen und zudem seine Amtskompetenz überschritten, so Dreiseitel. Die Grünen verlangen, dass die Präsentation der Studie wie geplant stattfindet.

„Mit großem Bedauern“ nehme auch die Rüsselsheimer SPD zur Kenntnis, dass die Veranstaltung abgesagt wurde, erklärt der stellvertretende SPD-Vorsitzende Frank Tollkühn in einer Pressemitteilung.

Für die SPD werde die Präsentation zwar „kein leichter Weg werden“, da man sich bislang gerne auf die Aufbauleistung für Rüsselsheim unter der Amtszeit Köbels durch die SPD berufen habe. Langfristig werde der Klärungsprozess der SPD aber gut tun, ist Tollkühn überzeugt.

Eine von der Fraktion Die Linke im hessischen Landtag in Auftrag gegebene Studie zur NS-Vergangenheit ehemaliger hessischer Landtagsabgeordneter hatte ans Licht gebracht, dass Walter Köbel Mitglied der NSDAP war. Faschistisches Gedankengut findet sich zudem in seiner Doktorarbeit.

Im März 2012 hatte der Magistrat den Historiker Professor Eckhart Conze von der Universität Marburg mit der Untersuchung von Köbels NS-Vergangenheit beauftragt. Seine Mitarbeiterin, die Historikerin Sabine Kühn, sollte die Ergebnisse nun eigentlich am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentieren.

Patrick Burghardt war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (es.)

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