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Rollstuhlbasketball Grenzen überwinden

Der Verein Rhine River Rhinos will eine Profi-Rollstuhlbasketball-Mannschaft ins Leben rufen.

Mirko Korder (r.) und Jürgen Zaunbrecher suchen Mitspieler. Foto: Michael Schick

Rhine River Rhinos – eine Alliteration, die auf der Zunge zergeht. Und ein Name, der, geht es nach dem Wiesbadener Verein Inklusion durch Förderung und Betreuung (IFB), bald bundesweit in aller Munde sein soll. Rhine River Rhinos soll die Rollstuhlbasketball-Mannschaft heißen, die der Verein ins Leben rufen will.

Die soll als Profimannschaft mit dem Ziel Bundesliga aufgebaut werden – „also entweder richtig oder gar nicht“, sagt Jürgen Zaunbrecher, bei der IFB verantwortlich für das Projekt, das eine Lücke schließen soll. In Wiesbaden und naher Umgebung gebe es keine Mannschaft im Behindertenbereich, die in der Bundesliga spiele. Erst in Frankfurt werde erfolgreich Profi-Rollstuhlbasketball gespielt.

Handicap keine Bedingung

Zaunbrecher weiß, was sich der Verein da aufgehalst hat. Bislang haben sich nur drei Interessenten gemeldet. Doch allein fünf müssen raus aufs Spielfeld, und dann fehlen noch mindestens ebenso viele Ersatzspieler, weiß Mirko Korder. Der 32-Jährige ist Ideengeber für das Projekt und einer der drei Spieler. Jahrelang hatte der Hofheimer in der ersten Bundesliga gespielt. Erfolgreich und mit viel Herzblut.

Seit seinem 14. Lebensjahr ist Korder nach einem Unfall schwerbehindert. Doch aufzugeben kam für ihn nicht in Frage. Vor seinem Unfall eher mäßig sportlich, fing er an, sich mit Sport ins Leben zurückzukämpfen.

„Ich wollte mich auch als Rollstuhlfahrer mit anderen messen. Ich will nicht, dass Leute Rücksicht nehmen, nur weil ich im Rollstuhl sitze. Ich will an meine Grenzen gehen“, sagt Korder. Und das will er nach einer Pause jetzt auch wieder. Mitmachen können Interessenten aus dem Großraum Wiesbaden. Und die müssen nicht unbedingt ein Handicap haben. Im Rollstuhlbasketball erhalten die Spieler je nach Schwere der Behinderung Punkte. Nichtbehinderte Männer werden mit 4,5 Punkten gewertet. Männer mit schweren Behinderungen erhalten einen Punkt. Insgesamt dürfen die fünf Feldspieler zusammen 14 Punkte haben.

Auch den Initiatoren geht es um Punkte. Sie sind derzeit dabei, die einzelnen auf ihrer Liste abzuhaken. Der Name der Mannschaft steht bereits, eine Halle ist gefunden, am Logo wird noch getüftelt – fehlen noch Spieler und Sponsoren. Doch das sei nur eine Frage der Zeit, sind sich Korder und Zaunbrecher sicher. In fünf Jahren soll das erste Bundesliga-Spiel der Rhinos stattfinden.

Weitere Infos bei Mirko Korder, Telefon 06192 / 9286933, E-Mail mirko.korder@ifb-stiftung.de.

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