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Wohnen in Offenbach Postgelände in Offenbach wird urbanes Quartier

In Offenbach soll auf dem Postgelände zwischen Marien- und Liebigstraße ein Ensemble mit 300 Wohnungen, Geschäften, Hotel, Kita und öffentlichem Platz entstehen.

Liebigquartier in Offenbach
Sieben Geschosse, Läden, ein Quartiersplatz: An der Liebigstraße wird gebaut. Foto: Dream Global / Repro: Monika Müller

Bauprojekte, die den Begriff „Quartier“ im Namen tragen, haben meist eine gewisse Dimension. In Offenbach gingen in letzter Zeit im Zuge der Nachverdichtung mehrere solcher Vorhaben an den Start, die oft den Charakter einer ganzen Gegend verändern. Das wird beim „Liebigquartier“ nicht anders sein: Der Luxemburger Investor Lorac will unter diesem Namen auf dem Postgelände zwischen Marien- und Liebigstraße entlang des Blockrands ein bis zu siebengeschossiges Ensemble mit rund 300 Wohnungen – 30 Prozent davon gefördert –, Geschäften, einem Hotel und einer fünfzügigen Kita bauen. An der Darmstädter Straße ist ein Platz mit Gastronomie, an der Liebigstraße ein kleiner Park geplant.

„Die Umstrukturierung der Stadt schreitet munter fort“, sagte Baudezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) am Donnerstag bei der Vorstellung der ersten Pläne. Als „munter“ beschreibt er die Entwicklung wohl deshalb, weil vor ein paar Jahren noch kaum jemand kommen sah, mit welcher Geschwindigkeit sich Offenbach in diesem Jahrzehnt baulich verändern wird. Die Bauverwaltung erstellt für das Areal nun einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan, das Stadtparlament bringt die Vorlage dann auf den Weg. Frühestens in einem Jahr können dann die Abriss- und die Bauarbeiten beginnen, sagte Juliane Frieling vom Stadtplanungsamt.

Damit steht auch fest, dass auf dem Gelände an der Liebigstraße keine Grundschule entsteht. Diese Option habe man mit breitem Konsens verworfen, erklärte Weiß. Stattdessen wolle man auf dem Grundstück der Bachschule die dringend benötigten neuen Kapazitäten für Grundschülerinnen und -schüler in Innenstadtnähe schaffen.

Das 1986 errichtete Postgebäude, das abgerissen werden soll, steht großteils leer, seit das Verteilzentrum im Sommer an die Sprendlinger Landstraße verlegt wurde. Was mit der Postfiliale geschieht, teilte die zuständige Postbank bis Redaktionsschluss noch nicht mit. Die Stadt verhandelt derlei auch noch mit dem Investor. So wünscht sich die Bauverwaltung zum Beispiel kleine Ladeneinheiten, damit das Quartier nicht in Konkurrenz zu anderen Teilen des Viertels tritt, wo in den letzten Jahren mehrere Supermärkte eröffnet haben.

Neues vom Toys'R'Us-Areal 

Auch zu einem weiteren Großprojekt hatte der Magistrat am Donnerstag Neuigkeiten zu verkünden: So sollen auf dem sogenannten Toys’R’Us-Areal an der Berliner Straße im Frühjahr die Bagger rollen und den leerstehenden Betonkoloss abreißen – im Winter dürfen die darin hausenden Fledermäuse nicht gestört werden. Ein Beschluss der Stadtverordneten dafür steht noch aus. Auf dem Areal, auf dem auch ein kleines Hochhaus entstehen soll, sind sind unter anderem Wohnungen, Geschäfte und eine Kita geplant. Auch eine öffentliche Toilette und ein Fahrradparkhaus mit Zugang zur S-Bahn-Station soll es geben. „Die Komplexität des Bauvorhabens war nicht allen Planungsbeteiligten von Anfang an bewusst“, antwortete der Leiter des Stadtplanungsamts, Simon Valerius, auf die Frage, warum sich das Projekt um ein Dreivierteljahr verzögert hat. Projektentwickler ist Michael Dietrich, der auch den Umbau des gegenüberliegenden „City Centers“ plant.

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