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Wohnen in Offenbach Immobilienboom in Offenbach hält an

Immobilien in Offenbach sind gefragt. Der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt erreicht mit 787 Millionen Euro eine neue Höchstmarke. Am teuersten sind Wohnungen im Hafen.

Hafenquartier in Offenbach
Wohnen am Wasser ist beliebt und teuer. Die Eigentumswohnungen im Offenbacher Hafenquartier haben ihren Preis. Foto: Rolf Oeser

Der Immobilienboom in Offenbach hält an. Zwar wurden 2017 weniger Kaufverträge als im Vorjahr abgeschlossen. Dennoch stieg der Flächenumsatz um 35 Prozent auf 56 Hektar. Das entspricht gut einem Prozent des Stadtgebiets. Der Geldumsatz auf dem Immobilienmarkt erreichte mit 787 Millionen Euro eine neue Höchstmarke. Das Rekordergebnis von 2016 wurde um 164 Millionen Euro übertroffen. Die Zahlen beruhen auf insgesamt knapp 1300 Kaufverträgen, die der Gutachterausschuss ausgewertet hat.

Stadtrat Paul-Gerhard Weiß (FDP) sagte gestern bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts, die Dynamik sei ungebrochen. Die Stadt wachse, die Nachfrage nach Immobilien sei groß. Diese Entwicklung bedeute auch, dass die Stadt die nötige Infrastruktur schaffen müsse. Das sei nicht nur anstrengend, sondern auch teuer, so der fürs Planen und Bauen zuständige Dezernent.

Cornelia Jockisch, die Vorsitzende des Gutachterausschusses, sagte, der Bericht spiegele wider, was sich bei der Veröffentlichung der neuen Bodenrichtwerte im April schon abgezeichnet habe. Diese wiesen eine Wertsteigerung um stattliche 60 Prozent für Geschosswohnungsbauten aus. Dieser Höhenflug setze sich nun auch bei den Immobilien fort.

Den größten Anteil am Geldumsatz haben die Verkäufe bebauter Grundstücke mit einem Plus von 51 Prozent gegenüber 2016. Damit setzt sich der Trend fort, Brachflächen zu entwickeln. Viele ehemalige Gewerbeflächen wie zum Beispiel die Hafeninsel, die mittlerweile abgerissene Mato-Fabrik oder das Gelände der Seifenfabrik Kappus und der Maschinenbaufabrik Collet & Engelhard werden zu Wohnbauflächen umgewidmet und überwiegend mit Mehrfamilienhäusern (Miet- und Eigentumswohnungen) bebaut.

Gefragt sind aber auch unbebaute Grundstücke. Die Verkäufe sind im Vergleich zu 2016 um 27 Prozent gestiegen. Einen starken Anteil daran hat das Baugebiet Bieber-Nord, wo nach jahrzehntelangem Stillstand im Oktober 2017 mit der Erschließung begonnen wurde. Dort habe es nach der Innenstadt das zweithöchste Aufkommen an Vertragsabschlüssen gegeben, sagte Jockisch.

Für ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte, Baujahr 1990, mit 120 Quadratmetern Wohn- und 300 Quadratmetern Grundstücksfläche mussten 2015 283 000 Euro gezahlt werden. 2017 waren es fast 50 000 Euro mehr. Für ein vergleichbares Haus, erbaut 2005, wurden 2017 375 000 Euro fällig, 62 000 Euro mehr als 2015. Bei Mehrfamilienhäusern erhöhte sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis von 1420 Euro (2015) auf 1955 Euro im vergangenen Jahr.

Besonders gefragt waren Eigentumswohnungen, sie machten mehr als die Hälfte aller Kaufverträge aus. In 57 Prozent der Fälle ging es um einen Wiederverkauf, in 38 Prozent der Fälle um den Erstverkauf nach Neubau. Erstverkäufe nach einer Umwandlung waren mit fünf Prozent gering.

Der Preisanstieg für neue Eigentumswohnungen setzte sich 2017 fort. Am teuersten sind sie im früheren Hafen, wo eine Wohnung im Schnitt 5110 Euro je Quadratmeter und damit fast 1500 Euro mehr als eine vergleichbare Wohnung im übrigen Stadtgebiet kostete. 2016 betrug die Preisdifferenz noch 1100 Euro.

Gebrauchte Eigentumswohnungen sind im Schnitt 1600 Euro günstiger als neu gebaute. Am preiswertesten sind Eigentumswohnungen der Baujahre 1950 bis 1974, die durchschnittlich rund 1900 Euro je Quadratmeter kosten. Eigentumswohnungen, die vor 1950 oder zwischen 1975 und 1999 gebaut wurden, sind im Schnitt mit 2100 Euro je Quadratmeter in etwa gleich teuer.

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