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Weihnachtsmarkt Regen, der in Glühwein fällt

Nur zehn offizielle Sätze braucht es, dann ist auch der Offenbacher Weihnachtsmarkt am Montagabend eröffnet. Und die regenschirmbewehrten Besucher können - wie in Frankfurt - mit Glühwein die äußere Nässe durch innere Wärme vergessen.

27.11.2012 10:33
Martin Brust und Elena Müller
Im Safariexpress durch den Offenbacher Abend. Foto: Andreas Arnold

Nur zehn offizielle Sätze braucht es, dann ist auch der Offenbacher Weihnachtsmarkt am Montagabend eröffnet. Und die regenschirmbewehrten Besucher können - wie in Frankfurt - mit Glühwein die äußere Nässe durch innere Wärme vergessen.

Ende November kann schwierig sein für die Eröffnung des Weihnachtsmarktes. Die gute Nachricht lautet: Der Wind zwischen den Ständen in der Offenbacher Fußgängerzone weht nur leicht. Die schlechte: Acht Grad, wichtig dabei ist das Plus. Denn es regnet ordentlich. Alles drängt sich unter Schirme, und wäre das Plus ein Minus, hätte Stadtrat Felix Schwenke (SPD) sich nicht wünschen müssen, dass der Niederschlag weiß wäre.

Er ist es nicht, da hilft kein Jammern. Zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes ist kein Wintermantel nötig, T-Shirt wäre nur leicht übertrieben. Immerhin, zum Wochenende hin soll es kälter und mit Glück auch weißer werden. Schwenke jedenfalls ist zu danken, dass er eine tiefe Einsicht in die Gemütslage seiner Zuhörer hat und keine zehn Sätze braucht, um zum Wichtigsten und Erlösenden zu kommen: „Der Offenbacher Weihnachtsmarkt ist eröffnet.“

Fünf Prozent im "Flöff"

Als der Stadtrat um 17 Uhr seinen erfreulich witterungsangepassten Auftritt hat, haben manche Besucher schon deutlich mehr als einen Glühwein intus. Wer sich daran orientieren möchte beim Besuch, der wird sich über die „10 trinken, einen geschenkt“-Karten freuen. Aber auch neue alkoholische Heißgetränke gibt es zu entdecken. Veranstalter Pro OF bewirbt etwa den fünfprozentigen „Flöff“, der nach Apfel und Zimt schmeckt oder den Winter Secco. Auch für den Magen gibt es Neuerungen – etwa Grillschinken oder Flammlachs. Originellen Nachtisch bietet die Schokoladenwerkstatt. Direkt nebenan fährt die Safari-Bahn – jahreszeitlich angepasst – um Weihnachtsbäume. O du fröhliche!

Auch in der Nachbarstadt Frankfurt hat am Montag der Weihnachtsmarkt eröffnet. Während die Besucher geduldig im Regen auf die Ehrengäste warten, die ihn gemeinsam mit Oberbügermeister Peter Feldmann (SPD) auf traditionelle Weise eröffnen sollen, suchen sich kalte Regentropfen hartnäckig einen Weg zwischen Schal und Jackenkragen hindurch und laufen unbarmherzig in Pullover und T-Shirt. Doch die hartgesottenen Weihnachtsmarkt-Fans harren trotz des unweihnachtlichen Wetters geduldig vor der hölzernen Bühne auf dem Römerberg aus – und das lohnt sich: Dem Augsburger Musiker Andreas Bourani gelingt es, den richtigen Anstoß für ein vorweihnachtliches Gefühl zu geben. Nachdem er vier seiner Popsongs zum Besten gegeben hat, folgen zwei Weihnachtslieder.

Weihnachtsgänsehaut

Und dann kommt es doch, das Gefühl: Bei Bouranis souliger Version des amerikanischen Klassikers „Amazing Grace“ verwandelt sich das kalte Kribbeln im Nacken in eine wunderbar wohlige Weihnachtsgänsehaut. Und spätestens bei „Heilige Nacht“ nimmt man die Lichter der Buden und den Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln als Vorboten jener besinnlichen Zeit war, die laut Kalender am kommenden Sonntag beginnt.

Diese Zeit der Besinnung zu nutzen, mahnt auch Feldmann an und wirbt in seiner Eröffnungsrede für Offenheit und Toleranz gegenüber den Mitmenschen und um Mitgefühl für diejenigen Mitgliedern unserer Gesellschaft, die es nicht so gut haben.

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