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Verkehr in Offenbach Wenig Personal für Raser-Kontrollen in Offenbach

In Offenbach gibt es eine Raser- und Tuningszene. Die Polizei geht das Problem mit Schwerpunktkontrollen an, für fortlaufende Überprüfungen fehlt das Personal. Eine eigene Polizeieinheit ist angedacht.

Mühlheimer Straße
Wenn der Verkehr abends nachlässt, machen manche die schnurgerade Mühlheimer Straße zur Rennstrecke. Foto: Rolf Oeser

Es war ein tödlicher Unfall, der sich am Abend des 22. September auf der Sprendlinger Landstraße in Offenbach ereignete: Zwei Autos der Marke BMW stießen frontal zusammen, woraufhin eines der beiden Feuer fing. Zwei Männer, 44 und 29 Jahre alt, verbrannten, die beiden 25-jährigen Insassen des anderen Fahrzeugs wurden eingeklemmt und mussten schwerverletzt von der Feuerwehr geborgen werden. 

Die Ursache für den Unfall konnte noch nicht festgestellt werden – Fakt sei aber, dass „beide Fahrzeuge schnell waren“, heißt es bei der Polizei. Entsprechende Vermutungen waren zuvor im Internet angestellt worden, wohl auch, weil es in Offenbach eine aktive Raser- und Tuningszene gibt. Das bestätigte auf Nachfrage der Leiter des 1. Offenbacher Polizeireviers, Michael Schmidt. Einige Ausfallstraßen in der Stadt seien der Polizei als Strecken bekannt, auf denen mit tiefergelegten und sonstwie umgebauten Autos immer mal wieder Vollgas gegeben wird, etwa bei Ampelrennen. Schmidt nennt unter anderem die Mühlheimer und die Waldstraße sowie die Sprendlinger Landstraße.

Die Polizei geht das Thema bislang mit Schwerpunktkontrollen an. Mehrmals im Jahr kontrollieren die Beamten Autos an jeweils einer Stelle. Zuletzt war es am 10. und 17. August wieder so weit, als bei zwei Großkontrollen in der Wald- und in der Mühlheimer Straße auffällige Fahrzeuge überprüft wurden. Das Ergebnis: Bei 35 von 194 untersuchten Autos erlosch die Betriebserlaubnis, erzählt Revierleiter Schmidt. Etwa bei Fahrzeugen, deren Besitzer zwecks fetterem Sound Löcher in den Auspuff ihres Wagens gebohrt hatten, oder bei Autos, die so sehr tiefergelegt wurden, dass die Räder am Radkasten scharrten. Auch Verwarnungen wegen überhöhter Geschwindigkeit gab es. 

Zwar spreche sich eine solche Polizeikontrolle in Windeseile in der Stadt herum, räumt Schmidt ein, doch hätten die Aktionen auch „zu einer gewissen Unruhe in der Szene geführt“, wie er erfahren habe. Ziel sei es, mit solchen Kontrollen ein Umdenken bei den Personen zu erreichen, die mit Ampelrennen das eigene Leben und das Leben anderer gefährden. 

Das Polizeipräsidium hat sich dafür Fachwissen ins Haus geholt und einen Beamten zum Kfz-Sachverständigen ausbilden lassen, der genau feststellen kann, was erlaubt ist und was nicht – und der auch als Gutachter an Gerichtsverhandlungen teilnimmt.

Revierleiter Schmidt sagt aber auch, dass für gezieltere Überprüfungen schlicht nicht genügend Personal vorhanden sei. Man schaue deshalb durchaus etwas neidisch nach Frankfurt, wo in diesem Jahr mit der „Kontrolleinheit Auto-Poser, Raser und Tuner“ eine eigene Ermittlungsgruppe ihre Arbeit aufgenommen hat. Schmidt hofft, dass die vom Land angekündigten 1500 neuen Stellen bei der Polizei dazu ausreichen, auch im Bereich Südosthessen eine solche Einheit auf die Beine zu stellen. Entsprechende Überlegungen gebe es. Dann könnten auch in Offenbach Streifen gezielt nach Posern und Tunern Ausschau halten.

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