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Verkauf Klinikum Offenbach Diener vieler Herren

Der Internist Friedrich Grimminger organisiert nicht nur das Verkaufsverfahren für das Klinikum Offenbach - sondern hat noch andere interessante Engagements.

Das Klinikum Offenbach soll verkauft werden. Foto: Andreas Arnold

Sein Name fällt oft, wenn es um die Zusammenarbeit von Kliniken geht – in der Wetterau, im Taunus, im Vogelsberg. Neuerdings mischt Friedrich Grimminger auch an maßgeblicher Stelle beim Verkauf des Klinikums Offenbach mit. „Ehrenamtlich“, wie der 54 Jahre alte Internist auf FR-Anfrage betont. Er habe sich nicht aufgedrängt, sondern sei vom Land und der Stadt ausdrücklich gebeten worden, diesen Job zu übernehmen. „Eine Bedingung für die Rettung des Klinikums war, dass ich mich persönlich engagiere.“ Ohne sein Mitwirken wäre es womöglich zur bundesweit ersten Insolvenz eines Klinikums der Maximalversorgung gekommen. Und das wäre doch schrecklich gewesen.

Das hessische Ärzteparlament befürchtet, dass Grimminger nicht neutral agiert. „Er muss doch seinem Arbeitgeber gegenüber loyal sein“, so Susanna Johna von der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Der Arbeitgeber, das sei der Rhön-Konzern. Denn hauptberuflich ist der Lungenarzt an der von der Aktiengesellschaft betriebenen Uniklinik in Gießen tätig. Erst zum Jahresanfang hat Rhön 49 Prozent der städtischen Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden erworben. Geld für Zukäufe ist also da. Folgt als nächstes Offenbach?

Die Delegierten der Landesärztekammer wollen das im Vorfeld verhindern. In einer Resolution fordern sie, „dass bei der Auswahl der Bewerber ein besonderes Augenmerk auf die Sicherstellung der Trägervielfalt gelegt wird“. Die Erfahrungen mit der Uniklinik Gießen-Marburg hätten gezeigt, dass eine Privatisierung nicht die beste Lösung sei, ergänzt Johna im Gespräch mit der FR. Die Uniklinik schreibt rote Zahlen, das Land plant, sie zu subventionieren – obwohl der Konzern im Kaufvertrag auf jegliche Fördermittel verzichtet hatte und obwohl Rhön Gewinne an seine Aktionäre ausschüttet, wie Johna anmerkt. Noch alarmierender sei das Unternehmensziel, eine Monopolstellung zu erreichen. „Irgendwann haben die Menschen keine Wahl mehr, in welches Krankenhaus sie gehen können“, befürchtet sie. „Das ist schlecht für den Patienten.“

Solche Vorwürfe perlen an Grimminger ab: „Mit ist völlig egal, wem ein Krankenhaus gehört“, versichert der langjährige Direktor der Medizinischen Klinik IV und V an der Uniklinik Gießen. Er sei Landesbediensteter und niemandem verpflichtet. „Als Ordinarius bin ich ein freier Mensch und gehöre keinem Betreiber.“ Sein Ziel sei lediglich, die wohnortnahe Versorgung zu retten. Dazu müssten die Kliniken in der Metropolregion kooperieren, ihr medizinisches Leistungsangebot abstimmen, statt sich im Wettbewerb gegenseitig zu massakrieren. „Da muss ein anderes Prinzip rein“ sagt er und betont, dass er nicht der Privatisierung das Wort rede: „Es muss eine Betreibervielfalt geben.“

Grimminger ist Diener vieler Herren. Dies ergibt eine Anfrage beim hessischen Sozialministerium. Als Universitätsprofessor ist der 54-Jährige Bediensteter des Landes, daneben habe er einen Chefarztvertrag mit Rhön und „im Rahmen seiner Netzwerkaktivitäten weitere Verträge mit kommunalen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhausträgern“ – darunter auch Asklepios.

Er sei „im Einvernehmen zwischen dem Land Hessen, der Stadt Offenbach und dem Klinikum Offenbach zum Verfahrensbevollmächtigten“ bestimmt worden, informiert Ministeriumssprecherin Gesa Krüger weiter. Sein Auftrag laute „in ihrem Namen alle Maßnahmen zu ergreifen, die erforderlich sind, um eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, an welchen Anbieter der Verkauf erfolgen soll, herbeizuführen“.

Grimmingers Tätigkeit beschränke sich darauf, das Verfahren zu organisieren und die Rahmenbedingungen festzulegen. „Die Entscheidung, welches der Kaufangebote angenommen wird, obliegt der Stadtverordnetenversammlung.“

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