Lade Inhalte...

Umzug in Seligenstadt „Windstärke 10 ist zu viel“

Auch der Rosenmontag in Seligenstadt Rosenmontag fand nur in Kneipen statt. Der Zug wurde um 8 Uhr morgens abgesagt. Ein Ersatztermin soll in den nächsten Wochen feststehen.

Ins Wasser gefallen: Auch der Umzug in Seligenstadt musste am Rosenmontag abgesagt werden. Foto: dpa

#bigimage[0]

Schweren Herzens haben die Seligenstädter gestern ihren Rosenmontagszug abgesagt, der um 13.31 Uhr starten sollte. „Windstärke 10 ist zu viel“, sagt Thomas Hein, Sicherheitsbeauftragter des Heimatbundes, der Dachorganisation der Seligenstädter Vereine, die den größten Umzug im Kreis Offenbach alljährlich veranstaltet. 99 Zugnummern mit rund 3000 Teilnehmern waren geplant.

Damit die Arbeiten an den 19 Motivwagen und sechs Komitee- und Prinzenpaarwagen nicht umsonst waren – allein die Materialkosten liegen, so Hein, bei rund 50 000 Euro –, soll der Zug im Mai oder Juni nachgeholt werden. In zwei bis drei Wochen soll der Ersatztermin feststehen. „Dann feiern wir Samba am Main“, sagt Hein.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht, haben mit der Absage gezögert“, erklärt er. Die Entscheidung sei der großen Runde aus Bürgermeister, Ordnungsamt, Polizei und Sanitätern angesichts der morgendlichen Wetterlage sehr schwer gefallen: Zum Weckruf um 7.11 Uhr habe die Sonne gelacht.

Seit Donnerstag sei man mit dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach in Verbindung gestanden. Gestern um 8 Uhr morgens wurde noch einmal mit dem zuständigen beratenden Meteorologen telefoniert – und fünf Minuten später war klar, dass das Sicherheitsrisiko zu groß ist. Durchschnittlich 6 bis 8 Beaufort hatte das Wetteramt für die Mittagszeit vorausgesagt, mit Spitzenböen bis zu 10 Beaufort – das sind 100 Stundenkilometer.

Die Verantwortlichen hatten in erster Linie die Sicherheit der Zuschauer im Visier. Bei schönem Wetter säumen immerhin 45 000 Besucher die Straßen der 15 000-Einwohner-Stadt. „Dachziegel könnten herabfallen, Fahnen aus ihrer Verankerung gerissen werden, Pferde scheuen“, so Hein. Bereits im Vorfeld hatte man ein Nutzungsverbot für die bewegten Teile der Motivwagen ins Auge gefasst. Die Karnevalisten hätten sie dann festschrauben müssen.

Die gesamte technische Logistik für die Zentralambulanz in der Tiefgarage unter dem Rathaus musste wieder abgebaut werden. 20 Betten waren dort eingerichtet worden, da die Krankenhäuser in der Umgebung nicht genügend Kapazitäten vorhalten können. Auch den starken Polizeikräften aus ganz Hessen wurde abgesagt, genauso wie den Security- und Verkehrsunternehmen. Freuen konnten sich die Wirte: „Jetzt ist halt die Kneipenfastnacht voll im Gange.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum