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Tugce Albayrak Sanel M. nach Serbien abgeschoben

6. Update Zweieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod der Studentin Tugce in Offenbach ist Sanel M. nach Serbien abgeschoben worden.

20.04.2017 08:03
Tugce-Prozess
Angehörige und Freunde der getöteten Tugce halten nach der Verkündung des Urteils gegen Sanel M. Bilder der Studentin hoch. Foto: dpa

Der wegen des gewaltsamen Todes von Tugce Albayrak verurteilte Sanel M. ist am Donnerstag aus Deutschland abgeschoben worden. Wie das Amt für Zuwanderung und Integration in Wiesbaden mitteilte, wurde Sanel M. am Mittag vom Flughafen Frankfurt aus „nach Serbien zurückgeführt“. Das Landgericht Darmstadt hatte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Der 20-Jährige saß in Wiesbaden in Jugendhaft und war am Donnerstagmorgen aus dem Gefängnis zum Frankfurter Flughafen gebracht worden.

Sanel M. hatte die 22 Jahre alte Studentin im November 2014 auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später. Dem Schlag im Morgengrauen waren Pöbeleien und Beleidigungen zweier Gruppen vorausgegangen, zu einer gehörte Sanel M., zur anderen Tugce.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hatte Mitte März in letzter Instanz entschieden, dass der 20-Jährige für acht Jahre nach Serbien ausgewiesen wird. In dem Land leben nach Auskunft seiner Anwälte seine Großeltern. Der Heranwachsende ist in Offenbach geboren und zur Schule gegangen. Seine Eltern und seine beiden Brüder leben den Anwälten zufolge nach wie vor im Rhein-Main-Gebiet.

Richter sahen weitere Gefahr durch Sanel M.

Die Gefahr, dass Sanel M. weitere Straftaten begehe und seine Resozialisierung scheitere, sei angesichts seiner mangelnden Integration in der Bundesrepublik nicht hinnehmbar, argumentierten die Richter des VGH. Sie bestätigten damit die Entscheidung der Ausländerbehörde und der ersten Gerichtsinstanz.

Die Gefahr, dass Sanel M. weitere Straftaten begehe und seine Resozialisierung scheitere, sei angesichts seiner mangelnden Integration in der Bundesrepublik nicht hinnehmbar, argumentierten die Richter in Kassel. Seine berufliche Perspektive sei in beiden Ländern ungewiss.

Der VGH teilte die Einschätzung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden, der ersten Instanz. „Danach könne dem alleinstehenden und kinderlosen Antragteller, der über einen Schulabschluss verfügt, zugemutet werden, neue Beziehungen und Bindungen in Serbien zu knüpfen.“ Es sei auch nicht ersichtlich, dass seine Eltern nicht in der Lage oder willens wären, ihn dabei insbesondere finanziell zu unterstützen.

Beuth: Täter ohne Reue müssen wieder gehen

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat nach der Abschiebung des Tugce-Schlägers die Unnachgiebigkeit des Staates gegen Gewalttäter betont. „Mehrfachstraftäter sind eine Bedrohung für die Gesellschaft und wenn sie keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, müssen sie so schnell wie möglich abgeschoben werden“, sagte der Minister am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Wer keine Reue und keinen Integrationswillen zeigt, ist in unserem Land nicht willkommen und muss wieder gehen.“

Der Innenminister dankte der Wiesbadener Ausländerbehörde und der Polizei für die professionelle Durchführung der Abschiebung des verurteilten Sanel M.. (dpa)

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