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Tu?çe A. Vorwürfe gegen die "Bild"

Die Staatsanwaltschaft Darmstadt prüft, ob im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Überwachungsvideos im Fall Tugçe A. gegen die „Bild“ ermittelt werden kann. Im Raum stehen der Vorwurf der Korruption und der Verletzung des Rechts am eigenen Bild.

Die Restaurantkette McDonald's spricht in einer Anzeige der "Bild" der Familie Tugçe ihr Beileid aus. Foto: dpa

Der „Bild“-Zeitung droht juristisches Ungemach. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt prüft derzeit, ob im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Überwachungsvideos, das den Angriff auf Tugçe A. vor zwei Wochen zeigt, gegen Vertreter der „Bild“ ermittelt werden kann. Im Raum stehen der Vorwurf der Korruption und der Verletzung des Rechts am eigenen Bild. „Wir prüfen umfassend“, sagte Staatsanwalt Noah Krüger, „wir wissen noch nicht, von wem dieses Video weitergeleitet wurde.“ Sollte sich jedoch herausstellen, dass das Video aus dem Kreis der Ermittlungsbehörden weitergegeben wurde, stehe der Verdacht im Raum, dass dafür Geld geflossen sei. Die „Bild“-Zeitung hatte am Montag auf ihrer Homepage das Video des Zwischenfalls veröffentlich. Darauf ist unter anderem zu erkennen, wie der mutmaßliche Täter, Sanel M., Tugçe A. niederschlägt und diese auf den Boden prallt.

Die Familie und Freunde von Tugçe A. hatten entsetzt auf diese Veröffentlichung reagiert und dazu aufgerufen, das Video nicht in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Parallel zur Darmstädter Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang auch die Offenbacher Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Geheimnisverrats. Die Ermittler kritisieren unter anderem, dass durch die Veröffentlichung des Videos Zeugenaussagen beeinflusst werden könnten.

Am Montag hatten sich die beiden lange gesuchten Mädchen, denen Tugçe A. zu Hilfe geeilt war, gemeldet und ausgesagt. Über den Inhalt wurde nichts bekannt. Das endgültige Ergebnis der Obduktion vom Montag wird ebenfalls noch auf sich warten lassen. „Das kann noch Wochen dauern“, sagte der Offenbacher Oberstaatsanwalt Axel Kreutz auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Noch ist unklar, ob der Schlag gegen den Kopf oder der Aufprall auf dem Boden die letztlich tödlichen Hirnblutungen bei Tugçe A. ausgelöst hat.

Im Main-Kinzig-Kreis laufen derweil die Vorbereitung für Tugçe A.s Beisetzung, zu der bis zu Tausend Gäste erwartet werden. Vor der Beerdigung soll mittags in der Wächtersbacher Merkez-Moschee ein Totengebet für die Verstorbene gesprochen werden. Neben dem türkischen Botschafter aus Berlin sowie dem Generalkonsul aus Frankfurt haben auch Ministerpräsident Volker Bouffier und der Offenbacher Bürgermeister Horst Schneider ihre Teilnahme angekündigt.

Anschließend soll Tugçe A. auf dem Friedhof ihres Geburtsorts Bad Soden-Salmünster nach islamischem Ritus bestattet werden. Für den erwarteten Trauerkorso wird die Landesstraße 3216 zwischen Wächtersbach und Bad Soden-Salmünster gesperrt werden.

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