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Tu?çe A. Todesumstände weiter ungeklärt

Der Tod von Tu?çe A. bewegt auch weiterhin Tausende. Die öffentliche Anteilnahme ist riesengroß, aber die Ermittler schweigen. Dass das Video aus der Tatnacht in die Öffentlichkeit gelangte, könnte die Ermittlungen behindern, so die Sorge der Sicherheitsbehörden.

02.12.2014 14:50
Die Studentin Tu?çe A. wurde vor zwei Wochen Opfer einer Prügelattacke und starb. Sie hatte sich offenbar schützend an die Seite von Mädchen gestellt, die belästigt worden waren. Foto: dpa

Die Trauer um die gewaltsam ums Leben gekommene Tu?çe A. ist einen Tag vor ihrer Beisetzung ungebrochen. In Mahnwachen und den sozialen Netzwerken bekunden seit Tagen Menschen aus ganz Deutschland ihre Bewunderung für den Einsatz der jungen Frau als Streitschlichterin. Die genauen Vorgänge in und vor dem Offenbacher Schnellrestaurant am 15. November sind aber noch immer nicht klar. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Körperverletzung mit Todesfolge – über ihre bisherigen Erkenntnisse schweigen sie. Am Mittwochmittag soll die junge Frau in Bad Soden-Salmünster in Osthessen beigesetzt werden.

Über die Aussagen zweier junger Mädchen, die tagelang dringend als Zeuginnen gesucht worden waren, gab es auch am Dienstag keine Auskunft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte lediglich, die beiden seien minderjährig. Berichte, es seien die Mädchen, denen Tu?çe A. zu Hilfe gekommen war, bestätigte er nicht.

Die Ermittler untersuchen, wie ein Video in die Öffentlichkeit gelangte, das offensichtlich aus einer Überwachungskamera stammt. Darauf sind Szenen vom Parkplatz des Schnellrestaurants in der Tatnacht zu sehen. Tu?çe A. war dort niedergeschlagen und so schwer verletzt worden, dass sie ins Koma fiel und später starb. Das Video könne die Ermittlungen erschweren, Zeugen würden möglicherweise beeinflusst, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die „Bild“-Zeitung hatte das Video veröffentlicht.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis war stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf der Grund – ob von einem Schlag oder durch den Sturz, blieb zunächst unklar. Das endgültige Obduktionsergebnis erwarten die Behörden erst in einigen Wochen.

Der mutmaßliche Schläger, ein 18-Jähriger, sitzt in Untersuchungshaft und schweigt. Laut Staatsanwaltschaft gibt es über ihn mehrere Eintragungen im Bundeszentralregister, in einem Fall sei er wegen Körperverletzung belangt worden. Er habe unter anderem kurz in einer Arrestanstalt für Jugendliche gesessen. In der ersten Anhörung beim Haftrichter habe der junge Mann eine Ohrfeige zugegeben.

Die Restaurantkette McDonald‘s sprach der Familie von Tu?çe A. in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige ihr Beileid aus. „Wir trauern um eine außergewöhnliche Frau, die Zivilcourage gezeigt hat und dabei ihr eigenes Leben verloren hat“, schreibt der Konzern in der Anzeige, die am Dienstag in der „Bild“-Zeitung erschien. McDonald‘s verurteile jede Art von Gewalt, „insbesondere in und um unsere Restaurants“, heißt es in dem Text in deutscher und türkischer Sprache. (dpa)

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