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Therapie Kurze Wege zur Reha

Das Klinikum und der private Anbieter Mediclin bauen ihre Zusammenarbeit aus. Schlaganfallpatienten oder Menschen mit Rücken- und Nervenkrankheiten werden künftig in der ehemaligen Kinderklinik betreut.

Farbige Hinweistafeln weisen Patienten und Besuchern den Weg im Offenbacher Klinikum. Foto: ddp

Das private Mediclin-Theraphie- und Rehazentrum auf dem Gelände des Klinikums Offenbach wächst. Knapp sechs Jahre lang arbeiteten die Therapeuten auf rund 1300 Quadratmetern im zwölften Stock des alten Bettengebäudes – nun sollen sie dreimal soviel Platz bekommen. Doch nicht im kürzlich eröffneten Neubau, sondern auf den drei Etagen der ehemaligen Kinderklinik am Starkenburgring. Die Kinderklinik residiert jetzt im Neubau.

Mit dem Umzug und der für das Frühjahr 2011 geplanten Eröffnung wird Mediclin auch seine Bettenzahl deutlich erhöhen. Vorgesehen seien 50 stationäre Plätze für die neurologische Rehabilitation sowie 65 bis 80 Plätze für ambulante Behandlungen orthopädischer und neurologischer Patienten, sagte Heike Jost, kaufmännische Direktorin des Mediclin-Zentrums in Bad Orb, bei der Vorstellung des Projekts. Neu gebaut wird ein 46 Quadratmeter großes Bewegungsbecken. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll kräftig wachsen – von 30 auf 130 Menschen, die 90 Stellen besetzen.

Neu ist, dass von den 50 stationären Plätzen 20 für die Akut-Reha reserviert seien, sagte Jost. Die seien vom Land Hessen genehmigt worden. Bisher mussten zum Beispiel Schlaganfall-Patienten, die in einem sehr frühen Stadium Behandlung brauchten, bis zu 80 Kilometer weit fahren. Auch Rücken- und Nervenerkrankungen werden bei Mediclin behandelt.

Die kurzen Wege begrüßt auch der ärztliche Direktor des Klinikums, Norbert Rilinger. Da die Reha seit vielen Jahren im Haus sei, könnten dieselben Mitarbeiter sofort nach der Diagnose mit den wichtigen Übungen beginnen, die danach auch die weitere Rehabilitation begleiteteten. Auch personell sind die Einrichtungen eng vernetzt. Chefarzt, Pflegedienstleitung und Oberarzt sind sowohl beim kommunalen Klinikum als auch bei Mediclin unter Vertrag. Obwohl sich die Patienten auch für andere Rehazentren entscheiden könnten, wollten 90 Prozent in Offenbach bleiben, sagte Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt.

Umsonst bekommt das kommunale Klinikum diese Kooperation mit einem privaten Partner nicht. 3,5 Millionen Euro kostet der Umbau der Kinderklinik. Diese seien aber über einen zehn Jahre laufenden Mietvertrag abgesichert, sagte Schmidt. Außerdem profitiere das Klinikum von Verträgen über die Lieferung von Mahlzeiten, Wäsche, Laborleistungen und anderen Diensten. Mediclin will über eine Million Euro in die Ausstattung investieren.

Einen Schritt zur Privatisierung des Klinikums sieht Stadtkämmerer Michael Beseler (SPD) in der ausgebauten Kooperation aber nicht. Zwar werde das Klinikum „in den Randbereichen mit anderen verschmelzen“, sagte Beseler. Doch „für den Kern werden wir alles unternehmen, dass er kommunal bleibt“, betonte der Finanzpolitiker.

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