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t-raum in Offenbach Mehr Kultur für Offenbach

Der Autor Uwe Kauss will die Kulturszene in Offenbach beleben. Nun hat er ein Theaterstück geschrieben, das heute seine Uraufführung erlebt.

Theaterprobe mit Autor Uwe Kauss
Letzter Schliff: Autor Uwe Kauss (links), Regisseurin Sarah Baumann und Schauspieler Frank Geisler bereiten sich auf die Aufführung des Stückes „Unterm Strich“ vor. Foto: Monika Müller

Um die beruflichen und privaten Belastungen des Lebens zu stemmen, wählen viele Menschen einen Weg, der auf den ersten Blick nur Vorteile verspricht: die Selbstoptimierung. Wenn man nur effizient genug arbeitet und seine privaten und familiären Termine ebenso organisiert, so der Gedanke dahinter – dann wird man das schon alles schaffen. Was bei einem solchen Leben jedoch auf der Strecke bleibt, ist nicht selten der sich optimierende Mensch selbst. Das merkt auch der Bankangestellte Felix: Während er am Esstisch auf Freunde wartet, die nicht kommen, fängt er an, sich Gedanken über das Leben zu machen.

Felix ist die Hauptfigur des Einpersonenstücks „Unterm Strich“, das am Freitag in dem kleinen Theater „t-raum“ in der Nähe des Offenbacher Wilhelmsplatzes uraufgeführt wird. Der Autor des Stückes, Uwe Kauss, wagt sich damit zum ersten Mal in die Welt des Theaters vor. Schnell wurde dem 53-Jährigen während des Schreibens klar, dass er sich für „Unterm Strich“ keinen Verlag suchen will, sondern das Stück lieber selbst in seiner Wahlheimat Offenbach an den Start bringen möchte.

„Felix ist ein Mensch, der hier neben uns arbeiten oder sitzen könnte“, beschreibt Schauspieler Frank Geisler vom Theater „t-raum“ – in einem Offenbacher Café sitzend – warum er die Idee für das Stück sofort ansprechend fand. So machte er sich zusammen mit Regisseurin Sarah Baumann und Kauss an die Umsetzung.

„Für mich ist das die einzige Möglichkeit, in Offenbach mit Profis zusammenzuarbeiten“, sagt Kauss. Der Journalist und Autor ist kein Unbekannter in der Stadt. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren im Offenbacher Nordend und hat vergangenes Jahr das Buch „Neunundneunzig Mal Offenbach“ in einer überarbeiteten Version herausgebracht. Neben vielen nichtregionalen Publikationen hat Kauss auch einen Kurzkrimi für die Offenbacher Stadtwerke geschrieben – und an der VHS gibt er Kurse in Storytelling.

Der Wahl-Offenbacher will mit den Aufführungen im „t-raum“ auch einen Beitrag dazu leisten, die Kulturszene in der Stadt zu beleben, erzählt er: „Die Stadt wächst und da muss die Kultur auch mitwachsen.“ Er ist sich bewusst, dass die klamme Kommune nur „finanziell mikromäßige Möglichkeiten“ zur Unterstützung Kulturschaffender habe. Zwar greift das Amt für Kulturmanagement durch die Vereinsförderung etwas unter die Arme. Doch müsse vieles selbst gestemmt werden. Mit „Unterm Strich“ werde nun im kleinen Rahmen gezeigt, „dass es auch in Offenbach Großstadttheater gibt“, sagt Kauss.

Verglichen mit Städten wie Frankfurt, Wiesbaden oder Mainz werden in Offenbach freilich etwas kleinere kulturelle Brötchen gebacken – so bietet das von Geisler und Baumann 2005 gegründete Theater „t-raum“ gerade einmal vierzig Leuten Platz. Doch schaut man genau hin, passiert kulturell einiges in der wachsenden Stadt: Da gibt es zum Beispiel den „Filmklubb“ mit seinen Kinoreihen oder die gut besuchte Veranstaltungsserie „Kino kulinarisch“, bei der in der alten Schlosserei Essen und Kino zusammenfinden – demnächst wieder am 18. Mai, wenn zu dem Emanzipations- und Rassentrennungsfilm „Hidden Figures – Unbekannte Heldinnen“ der traditionelle Südstaaten-Eintopf „Gumbo“ gereicht wird. Noch recht neu in Offenbach ist das Choreografie-Duo um Amadeus Pawlica, das modernen Tanz in die Stadt bringt. Wachsenden Zulauf erfahren in den letzten Jahren Kulturorte wie der „Hafen 2“ oder die „Afip“, wo beispielsweise Livemusik, Poetry-Slams und Open-Air-Kino geboten werden – und immer wieder auch Politisches.

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