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Studie Wasserverbrauch sinkt

Einer privaten Studie zufolge liegt Offenbach beim Verbrauch vorne. Laut EVO sind die Zahlen aber nicht aussagekräftig.

Wasser für Offenbach: Blick in den Hochbehälter. Foto: Andreas Arnold

Auf dem zweiten Platz liegt die Stadt Offenbach beim Frischwasserverbrauch laut der Studie eines Abrechnungsdienstleisters. 666 Liter je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr würden hier durch die Leitungen fließen, mehr als 100 Liter über dem Bundesdurchschnitt (562 Liter). Beim Warmwasser sei Offenbach mit 264 Litern je Quadratmeter bundesweit auf Rang sechs.

Was auf den ersten Blick für große Schlagzeilen gut scheint, entpuppt sich auf den zweiten als eine Studie, deren Faktenbasis dürftig scheint. Der Dienstleister, der Hausbesitzern das Ablesen der Wasserzähler und die Abrechnung abnimmt, hat 5600 Gebäude mit 60000 Wohnungen in 33 Städten aus seinem Datenbestand untersucht. Das bedeutet im Schnitt nicht mal 2000 Haushalte pro Kommune – bei fast 45000 Haushalten insgesamt in Offenbach. Tatsächlich sind aus der Stadt sogar nur 154 Gebäude mit 1550 Haushalten eingeflossen. Zudem ist der Verbrauch je Quadratmeter keine repräsentative Aussage, denn selbst wenn zwei Singles exakt die gleiche Menge im Jahr verbrauchten, wäre ihr Ergebnis extrem unterschiedlich, wenn der eine 100 und der andere nur 50 Quadratmeter bewohnt.

Kein Wunder also, wenn Pressesprecher Harald Hofmann von der Energieversorgung Offenbach (EVO) die Zahlen „nicht nachvollziehbar und auch nicht aussagekräftig“ nennt. Zumal die bei der EVO vorliegenden Daten zeigen, dass der Wasserverbrauch in Offenbach sinkt und unter dem Bundesdurchschnitt liegt.

2005 flossen durch das EVO-Netz insgesamt noch 8,1 Millionen Kubikmeter Frischwasser zu den Verbrauchern in Offenbach, Dietzenbach und Mainhausen, 2011 waren es nur noch 7,4 Millionen Kubikmeter. In der Stadt Offenbach sank der Verbrauch in dieser Zeit von knapp 6,4 Millionen Kubikmetern auf nur noch gut sechs Millionen. Auch der Verbrauch pro Kopf und Jahr im EVO-Versorgungsgebiet hat sich in dieser Zeit von 126 auf 117 Liter reduziert und liegt damit auch unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von etwa 122 Litern. Daran hätten auch die drei Preissenkungen in den Jahren 2005 bis 2007 nichts geändert, so Hofmann, die insgesamt eine Tarifsenkung um 21 Cent oder neun Prozent bedeutet haben. Die Leitungsverluste im eigenen Netz seien mit 2,7 Prozent ebenfalls unterdurchschnittlich, so Hofmann. Die EVO hat in den vergangenen zehn Jahren je zwei Millionen Euro in das Leitungsnetz investiert – das übrigens älter ist als das Frankfurter Frischwassernetz.

Auch in einer im Auftrag der hessischen IHK im Mai 2012 veröffentlichter Studie kommt die Stadt Offenbach bei den Wasserpreisen gut weg. Sie liegt mit Platz 211 fast genau in der Mitte aller 426 hessischen Kommunen. Zwischen 2005 und 2012 sei der Preis für das Trinkwasser in Offenbach um 1,54 Prozent gesunken.

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