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Startendes Flugzeug Beinahe-Kollision mit Kranichen

Vom Offenbacher Rathaus aus wurde beobachtet, wie ein Kranichschwarm fast mit einem startenden Flugzeug zusammengestoßen wäre. Wie Konfetti seien die Vögel durch die Luft gewirbelt. Fraport und die Deutsche Flugsicherung wissen von dem Vorfall nichts.

Wie Konfetti sollen die Kraniche über Offenbach nach einem Beinahe-Zusammenstoß mit einem Flugzeug durch die Luft gewirbelt sein. Foto: dapd

Am Tag, als die großen Kranichschwärme über das Rhein-Main-Gebiet zogen, soll es beinahe zu einer Kollision eines Flugzeugs mit den Vögeln gekommen sein. Dies haben nach Mitteilung des Offenbacher Bürgermeisters Peter Schneider (Grüne) Zeugen vom Offenbacher Rathaus aus beobachtet.

Nach seiner Darstellung soll am 26. Oktober kurz nach zehn Uhr ein etwa tausend Tiere zählender Schwarm in Richtung Westsüdwest geflogen sein. Über dem Oberräder Wald sollen sie einer aufsteigenden Maschine so nah gekommen sein, dass etwa die Hälfte der Kraniche „fast eine Minute lang hilflos wie Konfetti durch die Luft gewirbelt wurden“. Anschließend haben die Vögel ihren Flug wieder kontrollieren können. Nach diesem Ereignis sollen keine Starts Richtung Osten zu beobachten gewesen sein bis der Kranichschwarm vorübergezogen war. Ähnliches soll sich am Mittag des Folgetags über dem Oberräder Wald wiederholt haben.

Vogelzug seit Tagen bekannt

Fraport ist von dem Vorfall nichts bekannt. Wie deren Sprecher Matthias Nossek mitteilt, sei dem Flughafenbetreiber nichts dergleichen zugetragen worden. Auch die deutsche Flugsicherung hat von dem Zwischenfall nichts mitbekommen. „Kein Pilot hat am 26. irgendetwas gemeldet“, sagt Sprecher Axel Raab. Für den Fall, dass Vogelschwärme gesichtet werden, sind entsprechende Informationen an die Piloten vorgesehen, die ihrerseits entscheiden, ob sie den Start wagen.

Bürgermeister Schneider geht davon aus, dass das Überwachungs- und Kontrollsystem am Flughafen nicht funktionierte. „Flieger dürfen nicht Richtung Osten abheben, wenn Vogelschwärme ihre Bahn kreuzen“, sagt Schneider. Er erinnert an die spektakuläre Notlandung eines Großflugzeugs im Hudson-River 2009, die nach einer Kollision mit einem Gänseschwarm nötig wurde. Die Vogelschwärme in Hessen seien seit Tagen in der Region beobachtet worden. Die Warnsysteme hätten also unbedingt greifen müssen.

Ein solches Warnsystem existiert laut Deutscher Flugsicherung für das Parallelbahnsystem jedoch nicht. Lediglich auf der den Main kreuzenden Anfluggrundlinie zur neuen Landebahn Nordwest bei Kilometer 14,4 unterhält Fraport das Warnsystem Mivotherm. Es erfasst Vogelbewegungen mittels einer Thermofotografietechnik. Die Daten werden an die Deutsche Flugsicherung weitergeleitet. Weitere Warnsysteme sind laut Raab nicht nötig. Er sagt, Unfälle durch Vogelschlag seien unwahrscheinlich.

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